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Crazy Heart

Die Liebe heilt alles

Kinostart: 4.3.2010 | Thomas Winkler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Viermal schon war Jeff Bridges für einen Oscar nominiert, viermal ging er leer aus. Wenn am 7. März 2010 die diesjährigen Academy Awards verliehen werden, werden aller guten Dinge wohl fünf sein: Bridges ist für "Crazy Heart" als bester Hauptdarsteller einer der sichersten Siegertipps.

Tatsächlich ist sie ihm auf den Leib geschrieben, diese Rolle als abgehalfterter und alkoholkranker, kettenrauchender, kotzender und vom Leben verhärmter Country-Sänger Bad Blake, der sich durchschlägt mit erbärmlichen Auftritten in Kneipen und Bowling-Bahnen vor einem mit ihm gealterten Publikum. Von den immer alten Hits und reichlich Whiskey lässt sich aber hin und wieder immerhin ein angejahrtes Groupie zu einer gemeinsamen Nacht im Motelzimmer überzeugen.

Bridges, der bereits in "The Big Lebowski" (1998) oder "Die fabelhaften Baker Boys" (1989) in ähnlichen Rollen brillierte, spielt diesen Bad Blake mit zotteligem Bart, fettigen Haaren und viel Mut zur Hässlichkeit, aber trotzdem reduziert und mit Blick auf die kleinen Details, nicht plakativ, sondern einfühlsam. Dieser Typ ist nicht unbedingt sympathisch, aber er wächst dem Zuschauer ans Herz, weil Bridges an seiner Figur geschickt das Universelle herausarbeitet: den Zweifel und die Schwäche, die in jedem Menschen wohnen.

Nicht nur seine Mitspieler/innen, ob Maggie Gyllenhaal als neue, alles verändernde Liebe oder Colin Farrell als junger, aufstrebender Countrystar, müssen angesichts dieser Performance verblassen – auch der Film selbst tut es. So sehr sich Regisseur Scott Scooper müht, die wunderschöne, karge Weite des amerikanischen Westens einzufangen, seine Bilder bleiben kraftlos, sobald Bridges nicht zu sehen ist. Vor allem aber schleppt sich die Geschichte von der Liebe, die aus dem abgewrackten Verlierer wieder ein nützliches Mitglied der Gesellschaft formt, über weite Strecken arg vorhersehbar und vor allem zäh dahin. Ausgerechnet der Entzug allerdings vergeht wie im Flug und ohne größere Probleme. Plötzlich ist der Alkoholiker geheilt. Und Jeff Bridges wird endlich seinen verdienten Oscar gewinnen.
Thomas Winkler

(Crazy Heart) USA 2009, Buch & Regie: Scott Cooper, nach einem Roman von Thomas Cobb, mit Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal, Robert Duvall, David Manzanares, Colin Farrell u. a., 110 min, Kinostart: 4. März 2010 bei 20th Century Fox

Foto: Verleih


www.foxsearchlight.com/crazyheart
Website zum Film (englisch)
www.crazyheart.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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