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In den 1980er-Jahren führte Johann Rettenberger ein eigenartiges Doppelleben: Während er in der Öffentlichkeit als Marathonläufer bekannt wurde, raubte er als Pumpgun-Ronnie mit Ronald-Reagan-Maske reihenweise Banken aus – bis er aufflog und bei der größten österreichischen Polizeiaktion nach dem Zweiten Weltkrieg tagelang gejagt wurde. Nachdem sich Autor Martin Prinz davon bereits vor einigen Jahren zu einem Roman inspirieren ließ, hat die Geschichte nun auch Regisseur Benjamin Heisenberg ("Schläfer") für seinen zweiten Spielfilm "Der Räuber" aufgegriffen. Nach dem Drehbuch, das in Zusammenarbeit mit Prinz entstand, inszeniert er diese wahre Begebenheit als so etwas wie einen Action-Film – inklusive Spannungsmomenten, Verfolgungsjagden und einem großen Fluchtshowdown.
Die Mittel, die dabei zum Einsatz kommen, sind allerdings ungewöhnlich. Man kennt sie aus den Filmen der Berliner Schule: Die Bilder sind von einer schnörkellosen Klarheit, der zurückhaltende Einsatz der Musik ist präzise und die Dialoge bleiben auf das Wesentliche reduziert. Während der Film Rettenberger Kilometer um Kilometer zu Banküberfällen, Langstreckenläufen und den Intermezzi bei seiner alten Liebe Erika folgt, wird "Der Räuber" aber weder zur Psychostudie ausgebaut noch versucht Heisenberg, eindeutige Motivationen für das Verhalten zu geben. Er beobachtet seine Hauptfigur vor allem und fängt dabei mit seiner dynamischen Bildgestaltung in teils atemlosen Lauf- und Fluchtmomenten die Energie ein, die Rettenberger in sich trägt, mit der er zurechtkommen muss und die ihn immer weiter antreibt.
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