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Pink Taxi

Unter Frauen

Kinostart: 4.3.2010 | Ingrid Beerbaum | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Eigentlich sind sie gar nicht pink, sondern fuchsiafarben, die Wagen der Moskauer "Frauentaxis". Auffällig sind sie so oder so, nicht nur, was die Lackierung angeht. In einer der härtesten Städte der Welt trotzen sie der übergroßen, männlich dominierten Konkurrenz mit einem besonderen Service. Komfortable Wagen, kein Gebrüll, wenn die anderen Verkehrsteilnehmer/innen nicht spuren, dafür freundliche Konversation. Die Taxis werden ausschließlich von Frauen gefahren und befördern nur im äußersten Notfall auch mal einen männlichen Gast. Marina, Alla und Viktoria sind drei von insgesamt 22 Fahrerinnen, die Dokumentarfilmer Uli Gaulke ("Havanna, Mi Amor") in "Pink Taxi" einfühlsam porträtiert und erzählt durch ihre Geschichten beiläufig auch vom harten Alltag im Russland nach Ende der Perestrojka.

Die drei Freundinnen sind gestandene Frauen mit solider Berufsausbildung und Familie und stehen exemplarisch für viele (nicht nur) russische Frauen, die in der Lebensmitte noch einmal von vorne anfangen müssen, da ihre Männer entweder gestorben sind oder sie verlassen haben. Als nunmehr Alleinernährerinnen sind sie auf den Taxijob angewiesen, der keineswegs eine Traumkarriere für sie ist, und ihren Kindern wünschen sie etwas Besseres. Ein Leben etwa, wie es ihre meist wohlhabenden Kundinnen, reiche Töchter, Anwältinnen oder höhere Angestellte führen, die für eine entspannte Taxifahrt etwas mehr ausgeben können und die die leichten Plaudereien mit den Fahrerinnen über das Leben, die Karriere, Mode und natürlich Männer schätzen.

Gaulke nimmt sich viel Zeit für seine Protagonistinnen, hat teil an ihrem Leben. Die Kamera ist im Taxi und bei ihren Familien dabei, aber auch, wenn sie auf der Datsche den Männertag ohne Männer feiern und trotz allem frauensolidarischen Überschwang hoffen, doch noch einen Mann zu finden, der kein trinkfreudiger "dicker, fauler Kater" ist. Ehrlich und offen sprechen sie über ihre Ansichten vom Leben, ihre Wünsche, zeigen aber auch ihre Verletzlichkeit. "Pink Taxi" ist ein genaues Porträt dreier starker, sympathischer Frauen, die sich im Widerspruch zwischen finanziellen Zwängen und ihren Wünschen behaupten und sich die Fähigkeit zu träumen bewahrt haben.
Ingrid Beerbaum

Pink Taxi, Deutschland 2009, Dokumentarfilm, Buch & Regie: Uli Gaulke, OmU, 80 min, Kinostart: 4. März 2010 bei Flying Moon

Foto: Verleih


www.flyingmoon.com/de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.filmportal.de
Infos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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