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Der Sänger Christoph Homberger probt mit dem eigenwilligen Theaterregisseur Christoph Marthaler eine komisch-abstruse Gesangsszene aus dem Stück "Zwischensaison". Seit vielen Jahren arbeiten die Schweizer Künstler zusammen. "Kunst wird spannend durch Ecken und Kanten", meint der international erfolgreiche Homberger. Die Bereitschaft, Ecken und Kanten zu akzeptieren, geht seiner Meinung nach der Anthroposophie ab. Als Sohn eines Waldorflehrers war er von frühester Kindheit an mit der Lehre Rudolf Steiners konfrontiert. Obwohl er deswegen emotional auch eng damit verhaftet ist, beklagt er die Weltfremdheit der Waldorfschulen und wie schwer er mit der Realität klargekommen ist, nachdem er sich vom Anthroposophenumfeld distanziert hatte.
Außer Homberger kommen im Dokumentarfilm des Schweizer Regisseurs Christian Labhart noch sechs weitere Protagonisten/innen zu Wort, die ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Erklärungsansätze der Anthroposophie schildern: ein Eurhythmiker aus Ägypten, eine Politaktivistin, ein Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft, eine Waldorf-Lehrerin, ein mit Anthroposophie befasster Journalist sowie ein biodynamischer Landwirt. Labhart selbst ist kein Anhänger der Anthroposophie, aber ein erklärter Sympathisant. Mit seinem Film lädt er zur Auseinandersetzung mit der philosophischen Strömung ein, der auch der Ruf des Dogmatischen und Sektiererischen anhängt.
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