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Nine

Traumfrauen in Bustiers

Kinostart: 25.2.2010 | Thomas Winkler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Ein Regisseur in der Schaffenskrise, ein Mann zwischen Ehefrau und Geliebter, ein Film ohne Drehbuch, ein Suchender zwischen Realität und Traum? Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor aus der Filmgeschichte? Genau, "Nine" ist eine Neubearbeitung von "Achteinhalb". Allerdings mit anderen Mitteln: Denn aus Federico Fellinis autobiografischem Meisterwerk wird nun ein Musical.

Rob Marshall hat nach "Chicago" wieder ein erfolgreiches Broadway-Stück für die Leinwand adaptiert. Zwischen streicherschweren Songs und fantasiebunten Traumsequenzen quält sich der von Daniel Day-Lewis gespielte Starregisseur Guido Contini mit Schreibblockade, Ödipus-Komplex und einem mittelschweren katholischen Trauma. Aber Spannung ist hier nicht zu erwarten, darum geht es natürlich nicht: Die eh nur dürftig verlegten Handlungsstränge sind – wie schon bei Fellini – schlussendlich nur Anlass für eine Exkursion in die Traumfabrik Kino: über ihre Abgründe und Unwägbarkeiten, den kommerziellen Druck, die kreativen Prozesse und die Zwänge, in die auch das Genie sich fügen muss.

Es steckt also viel drin in "Nine", aber, seien wir ehrlich, Marshall nutzt die Gelegenheit in erster Linie dazu, eine Armada wunderschöner Frauen in denkbar knappen Bustiers über eine prunkvoll ausgeleuchtete Bühne paradieren zu lassen. Und man muss zugeben: Das sieht tatsächlich umwerfend aus. Denn schlussendlich ist "Nine" am überzeugendsten und erfolgreichsten vor allem eins: eine verführerisch schillernde Oberfläche.
Thomas Winkler

(Nine) USA 2009, Regie: Rob Marshall, Buch: Michael Tolkin, Anthony Minghella, mit Daniel Day-Lewis, Sophia Loren, Judi Dench, Penelope Cruz, Kate Hudson u. a., 109 min, Kinostart: 25. Februar 2010 bei Senator

Foto: Verleih


http://nine-movie.com
Website zum Film (englisch)
www.nine.senator.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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