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Max Manus

Für ein freies Norwegen!

Kinostart: 11.2.2010 | Philipp Bühler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Außerhalb Norwegens weiß man wenig über die Hunderte von Widerstandskämpfern/innen, die der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg ein Ende setzen wollten und mit ihren Aktionen auch auf den Kriegsverlauf Einfluss nahmen. Die Spezialität von Max Manus und seiner "Oslo-Gang" war die nächtliche Sprengung deutscher Schlachtschiffe in streng abgesicherten Hafenanlagen. Berühmt wurde er, als er sich durch einen schmerzhaften Sprung aus dem Fenster und der anschließenden Flucht aus dem Krankenhaus der Verhaftung entzog. Manus war ein Abenteurer, dem aber der Verlust zahlreicher Kameraden schwer zusetzte. Nach dem Krieg litt er, mit Orden und Anerkennung überhäuft, unter Schuldgefühlen und Alkoholproblemen.

Der auf Grundlage seiner Bücher entstandene Film verschweigt nichts, vertraut aber doch vor allem auf solide Action. Manus (Aksel Hennie) und seine Leute verstehen den Widerstand als patriotische Pflicht für König und Vaterland. Auf konspirative Treffen in Osloer Bürgervillen folgen Treffen mit der Widerstandszentrale in London, eine Sabotage-Ausbildung in Schottland und mehrfacher illegaler Grenzübertritt – in ständiger Angst vor der Gestapo. Neben dem spannend inszenierten Schiffeversenken gelingt auch ein Anschlag auf die Osloer Registrierungsstelle des Reichsarbeitsdiensts, die Namen Tausender junger zwangsverpflichteter Norweger gehen in Rauch auf.

Aus den vielen Aktionen eine erzählbare Geschichte zu formen, gelingt "Max Manus" allerdings nicht. Dem ziemlich ungebrochenen Heldenepos fehlt es an Struktur und einem wirklichen inneren Konflikt. Um die Trauer um die Kameraden teilen zu können, müsste man diese erst kennen lernen. Diese Ehre gebührt ausgerechnet dem gefürchteten Gestapo-Offizier Fehmer (Ken Duken), der seinem Gegner am Ende sogar die Hand reichen darf. Zuletzt haben der holländische Film "Black Book" und sein dänischer Nachfolger "Tage des Zorns" die Widerstandsgeschichte ihrer jeweiligen Länder so heimtückisch raffiniert seziert, dass diese Szene vielleicht eine Bedeutung hätte. Am für eine Filmerzählung unergiebigen Gut-Böse-Schema ändert sie jedoch nichts. Die schlichte Dramaturgie hat aber in Norwegen kaum jemanden gestört. Mit 1,2 Millionen Besuchern/innen – einem Viertel der Bevölkerung – wurde der Film dort äußerst gut aufgenommen.
Philipp Bühler

Max Manus, Norwegen, Dänemark, Deutschland 2008, Regie: Joachim Rønning, Espen Sandberg, Buch: Thomas Nordseth-Tiller, mit Aksel Hennie, Agnes Kittelsen, Nicolai Cleve Broch, Ken Duken, Christian Rubeck u. a., 119 min, Kinostart: 11. Februar 2010 bei Capelight

Foto: Verleih


www.maxmanusfilmen.no
Website zum Film (norwegisch)
www.maxmanus-film.de
Website zum Film (deutsch)
www.filmportal.de
Infos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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