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Das Einzige, was bei einem todsicheren Ding wirklich sicher ist, ist der Tod. Diese Erfahrung müssen auch Mike, Quinn, Baines, Palmer, Dobbs und Ty machen. Die sechs Angestellten eines Geldtransport-Unternehmens halten der Versuchung nicht mehr länger stand, die sie in Gestalt riesiger Geldmengen tagaus tagein in ihren gepanzerten Fahrzeugen durch die Gegend kutschieren. Sie wollen mehr abbekommen vom Kuchen als nur die Krümel. Sie wollen ein fettes Stück mit viel Sahne und Geleekirschen oben drauf. Also hecken die sechs einen Plan aus, genial und simpel: Sie überfallen sich selbst! Vielmehr, sie laden weisungsgemäß 42 Millionen Dollar ein, verstecken das Geld dann aber in einer verlassenen Fabrikhalle und täuschen, zurückgekehrt auf ihre eigentliche Route, einen Überfall vor. Der Plan erweist sich als todsicher – im obigen Sinn. Denn natürlich passiert etwas Unvorhergesehenes und ehe man den Satz "Geld verdirbt den Charakter!" auch nur denken kann, geraten die Dinge außer Kontrolle.
"
Kontroll" hieß der Debütfilm des ungarischstämmigen Regisseurs Nimród Antal. Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an diesen in der Budapester U-Bahn spielenden, atmosphärischen Thriller? Die Charakterisierung einzelner Figuren war darin nicht weniger wichtig als das vielschichtige Geschehen am klaustrophobisch wirkenden Schauplatz. Klaustrophobisch ging es dann auch in Antals zweitem, bereits in Hollywood entstandenem Film "
Motel" zu, in dem ein zerstrittenes Ehepaar aus einem als Motel getarnten Snuff-Film-Studio zu entkommen sucht. Mit "Armored" beweist Antal nun erneut sein sicheres Gespür für innere wie äußere Zwangslagen, Engpässe und Zuspitzungen. Er stellt glaubwürdige Figuren in authentische Räume und infiziert so die im Großen und Ganzen den Genre-Regeln gehorchende Geschichte mit einem reizvollen Realismus. Unterstützt wird er dabei von Schauspielern, die ihre Normalo-Männer, die einer nach dem anderen unter massivem Druck zusammenfallen, nicht an die Charge verraten, sondern vielmehr mit minimalen Mitteln reizvolle Porträts schaffen. Ihre Charaktere gliedern sich wunderbar ein in diesen sehenswerten, kompakten Kracher, dessen handwerklich solide Machart und rauer Charme so manches Highend-Action-Produkt ziemlich alt aussehen lässt.
Alexandra SeitzArmored, USA 2009, Regie: Nimród Antal, Buch: James V. Simpson, mit Matt Dillon, Jean Reno, Laurence Fishburne, Amaury Nolasco, Fred Ward u. a., ab 16, 88 min, Kinostart: 4. Februar 2010 bei Sony Pictures
Foto: Verleih
www.armoredmovie.comWebsite zum Film (englisch)
www.armored-film.deWebsite zum Film (deutsch)
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
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