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Verdammnis

Eine Frau sieht rot

Kinostart: 4.2.2010 | Andreas Resch | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Während Krimifans derzeit heftig die Frage diskutieren, ob der 2004 verstorbene Bestsellerautor Stieg Larsson seine "Millennium"-Trilogie tatsächlich eigenhändig geschrieben hat oder doch unter tätiger Mithilfe seiner langjährigen Lebenspartnerin Eva Gabrielsson, kommt derweil der zweite Teil der Reihe hierzulande in die Kinos. Ging es im Vorgänger "Verblendung" noch primär darum, die Hauptfiguren Lisbeth Salander (Noomi Rapace) und Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) zu etablieren, taucht "Verdammnis" weitaus tiefer in die Vergangenheit vor allem Lisbeth Salanders ein. So vollzieht sich auch der Schritt von Blomqvist hin zu ihr als Hauptfigur. Ein kluger Schachzug, denn die junge Frau mit den vielen Piercings und der riesigen Tätowierung auf dem Rücken gehört zweifelsfrei zu den interessantesten Charakteren in der jüngeren Kinogeschichte.

In "Verdammnis" geht es um einen Fall von Prostitution und Mädchenhandel. Lisbeth Salander gerät ins Kreuzfeuer der Ermittlungen, als ihre Fingerabdrücke auf jener Tatwaffe entdeckt werden, mit der nicht nur der in dieser Sache investigierende Journalist, sondern auch Salanders aus dem ersten Teil bekannter Vormund Nils Bjurman (Peter Andersson) ermordet worden ist. Lisbeth taucht unter und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln und sie tut dies mit einer grimmigen Intensität, die ihresgleichen sucht. In Salanders Welt gibt es keine Aussicht auf Erlösung mehr, hier kann man nur noch darum kämpfen, am Leben zu bleiben.

Wie schon im ersten Teil, ist es auch in "Verdammnis" gelungen, den Romanplot deutlich zu entschlacken und doch die wesentlichen Spannungsbögen beizubehalten, ohne dabei allzu viel an Charaktertiefe aufzugeben. Die Zahl der auftretenden Figuren ist im Vergleich zur Vorlage deutlich reduziert, sodass sich auch Neueinsteiger relativ schnell zurechtfinden werden. Visuell hat "Verdammnis" zwar ein wenig gegenüber dem Vorgänger verloren, was der Film jedoch durch den spannenden Plot mehr als wettmacht. Wie bei Mittelteilen üblich, bleiben am Schluss zwangsläufig einige Fragen offen, die einen sehnsüchtig die finale Episode erwarten lassen. Die ist zum Glück bereits abgedreht und kommt im Sommer in die Kinos.
Andreas Resch

(Flickan som lekte med elden) Schweden, Dänemark 2009, Regie: Daniel Alfredson, Buch: Jonas Frykberg nach dem Roman von Stieg Larsson, mit Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Peter Andersson, Lena Endre u. a., ab 16, 129 min, Kinostart: 4. Februar 2010 bei NFP

Foto: Verleih


www.verdammnis-derfilm.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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