Image 24428
Für den jungen Valentin Bulgakov (James McAvoy) ist die Anstellung als Privatsekretär bei dem berühmten Schriftsteller Lev Tolstoi (Christopher Plummer) eine große Ehre. Wie so viele bewundert er ihn und teilt dessen Ansichten über die bedingungslose Liebe, die er selbst jedoch nur in der Theorie kennt. Umso erstaunter ist er dann über die Lebenslust des alten Mannes und die Freimütigkeit, mit der er von seinen Jugendabenteuern erzählt. Von Mäßigung, wie es seine Verehrer/innen in der Kommune von Jasnaja Poljana predigen, hält er nicht viel. So wie die Lehrerin Masha (Kerry Condon), die Valentins hehrem Streben nach Enthaltsamkeit ihre unverblümte Sinnlichkeit entgegensetzt. Aber eigentlich lenkt ihn das von seinen Aufgaben als Sekretär ab, die bald das Normalmaß übersteigen. Denn in Tolstois Haus findet zwischen ihm und seiner Frau Sofia (Helen Mirren) ein erbitterter Kampf statt. Bulgakov gerät dabei zwischen die Fronten. Es geht um das Gesamtwerk des Autors, dessen Rechte er auf Betreiben Chertkovs dem gesamten russischen Volk vermachen will. Im Interesse ihrer Kinder kämpft seine Frau für ihren Verbleib in der Familie. Fast fünfzig Jahre hat sie ihm den Rücken freigehalten, den Haushalt geführt, Kinder geboren und allein den Wälzer "Krieg und Frieden" sechs Mal von Hand abgeschrieben. Zudem steht sie dem Gefolge ihres Mannes sehr kritisch gegenüber: "Hören Sie mit dem Gekritzel auf", herrscht Sofia Tolstaia entnervt diese Herren an, die alles mitschreiben. Stur beharren beide auf ihren Positionen und treiben so immer mehr auseinander.
Kommentare
Dein Kommentar