Auf der anderen Seite des Bettes

Nichts Neues

Kinostart: 28.1.2010 | Ingrid Beerbaum | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Ariane (Sophie Marceau) ist beim Geheimdienst, so fühlt sie sich jedenfalls, da ihre Bemühungen um den Haushalt und die zwei Kinder unsichtbar bleiben. Nur wenn etwas nicht reibungslos funktioniert, wie die Renovierung des Hauses, fällt ihrem Mann Hugo (Dany Boon) auf, dass es noch etwas anderes gibt als seine Baumaschinenfirma. So hat sie sich ihr Leben als Kind nicht vorgestellt! Denn am liebsten würde sie ihr Bett nie verlassen. Stattdessen stressiger Alltag und eine ewig nörgelnde Familie. Sie hat die Nase gestrichen voll und stellt ein Ultimatum: Entweder es ändert sich etwas im Zusammenleben oder sie lässt sich scheiden. Zunächst verspricht Hugo, sich etwas mehr um die Kinder zu kümmern, aber als er in der Hast die Tochter einfach auf der Straße vergisst, platzt Ariane endgültig der Kragen: Sie will einen Rollentausch mit allen Konsequenzen. Er soll sich ein Jahr um Haushalt und Kinder kümmern, sie wird seine Firma leiten. Das Vorgehen wird prompt vertraglich geregelt und der Anwalt Maitre Maurice Cantius (Antoine Dulèry) als beratender Beobachter verpflichtet. Der weitere Verlauf der Geschichte ist klar: Hugo entdeckt seine weibliche Seite und entwickelt ungeahntes Geschick im Verkaufen von Arianes Schmuckkollektion. Sie wird ein echter Boss mit rüdem Umgangston und einer Büroaffäre. Und was eigentlich die Ehe retten sollte, ruiniert sie endgültig – oder vielleicht auch nicht.
Das Schöne an Geschlechterkomödien ist, dass man hemmungslos mit Stereotypen spielen, sie konterkarieren oder aufweichen kann. Das ist aber auch das Schlimme, denn meistens wird nicht mit ihnen gespielt, sondern sie werden eher zementiert. So ist es auch hier. Denn außer einigen hübschen Ideen wie dem Rollentausch laut Vertrag und dem durchaus witzigen Anwalt-Mentor hat Regisseurin Pascale Pouzadoux nichts Neues zu erzählen. Dass eine Frau in einer Führungsposition Durchsetzungskraft braucht, ist klar, aber das als männlich zu apostrophieren, ist im 21. Jahrhundert schon beinahe peinlich. Und Hugos Wandlung zum Softie mit bester Freundin ist auch nicht wirklich neu, geschweige denn lustig. Da kann auch die Starbesetzung mit Sophie Marceau (La Boum) und Dany Boon (Willkommen bei den Sch´tis) nicht viel ausrichten, die schauspielerisch nicht wirklich gefordert, sondern laut und polterig durch die Filmlandschaft gejagt wird. Gut amüsieren kann man sich anderswo.
Ingrid Beerbaum

(De l'autre côté du lit) Frankreich 2008, Regie: Pascale Pouzadoux, Buch: Grégoire Vigneron, Pascale Pouzadoux, nach der Romanvorlage von Alix Girod de l'Ain, mit Sophie Marceau, Dany Boon, Antoine Duléry, Roland Giraud, Anny Duperey u. a., 92 min, Kinostart:28. Januar 2010 bei Movienet

Foto: Verleih


www.aufderanderenseitedesbettes.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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