Wenn Liebe so einfach wäre

Eine richtige Schlampe

Kinostart: 21.1.2010 | Philipp Bühler | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Für Singlefrauen ab 50 gibt es eigentlich nur eine Regisseurin, doch der Erfolg von Nancy Meyers zeigt: Der Markt für geschmackvoll eingerichtete Romantikkomödien mit eingebautem Glücksversprechen ist weit größer. Schon in "Was das Herz begehrt" ließ sich lernen, dass das weibliche Liebesleben ab einem "gewissen Alter" erst richtig interessant wird. Vorausgesetzt, man hat sonst keine Probleme.

Das trifft auf Jane (Meryl Streep) definitiv zu. Die Edel-Konditorin besitzt ein wunderschönes Haus, darin macht sie in ihrer Freizeit gern Lavendeleis. Sie hat drei prächtige Kinder, ist erfolgreich und vollständig unabhängig. Mit ihrem Ex-Mann Jake (Alec Baldwin), der sie vor zehn Jahren für eine Jüngere verließ und mit dieser einen Sohn hat, versteht sie sich gut. Mit anderen Worten: Sie ist so single, dass es weh tut. Doch Jake zeigt in letzter Zeit merkwürdige Gefühlsanwandlungen. Und schon haben die Eheleute von einst eine heimliche Affäre mit tollem Sex. Die Sache wird allerdings verkompliziert durch das rührende Engagement des ebenfalls geschiedenen Innenarchitekten Adam (Steve Martin). Statt einfach nur Janes riesige, wunderschöne Küche noch größer und noch schöner zu machen, schleicht er sich in ihr Herz. Statt keinem hat sie plötzlich zwei Liebhaber. Da gibt es im Freundinnenkreis natürlich viel zu bereden, Jane fühlt sich schon fast wie eine richtige Schlampe.
Oberflächlich betrachtet gehört "Wenn Liebe so einfach wäre" zum uralten Genre der Wiederverheiratungskomödie. Darin einigen sich die Geschiedenen durch raffinierte Gesprächskunst auf eine neue eheferne, gesellschaftliche Konventionen unterlaufende Form der Beziehung. In Nancy-Meyers-Filmen aber gibt es keine Gesellschaft, sondern ein Drehbuch. Das hat ein paar gute Lacher zu bieten, vor allem wenn der prächtig aufgelegte Alec Baldwin mit seiner herrlichen Plauze ins Bild rückt. Der Komiker Steve Martin agiert zwar so unlustig wie noch nie, aber es bleibt trotzdem bei den Gags. Das gar nicht so harmlose Grunddilemma – das familienfreundliche Hollywood muss eine Familie gegen die andere ausspielen – löst sich auf in Wohlgefallen. Aber klar: Daran, dass Meyers' Kunstwelten mit dem echten Leben so gar nichts zu tun haben, hat sich noch nie jemand gestört.
Philipp Bühler

(It's Complicated) USA 2009, Buch & Regie: Nancy Meyers, mit Meryl Streep, Steve Martin, Alec Baldwin, John Krasinski, Caithlin Fitzgerald u. a., 115 min, Kinostart: 21. Januar 2010 bei Universal

Foto: Verleih


www.itscomplicatedmovie.com
Website zum Film (englisch)
www.wenn-liebe-so-einfach-waere-film.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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