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Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire

Mehr blutsaugende Teenager

Kinostart: 7.1.2010 | Alexandra Seitz | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Ein Dutzend Bände – gegliedert in vier thematisch geprägte Trilogien – umfasst die Saga von Darren Shan, dem halbwüchsigen Halbvampir, der unfreiwillig in eine uralte Fehde zwischen Vampiren und Vampyren verwickelt wird. Ausgedacht hat sie sich der 1972 geborene, irisch-britische Fantasy- und Kinderbuchautor Darren O'Shaughnessy und sie unter dem Pseudonym Darren Shan veröffentlicht. Unter dem Titel "Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire" wurde nun die erste Trilogie der Saga von Paul Weitz verfilmt. Und Paul Weitz wiederum ist der ältere Bruder von Chris Weitz, seines Zeichens Regisseur des lustfeindlichen Vampirboy-liebt-Menschengirl-Schmachtfetzens "New Moon - Biss zur Mittagsstunde", der vor kurzem erst pubertierende Mädchen zum Seufzen und alle Übrigen zum Gähnen brachte. 

Nunmehr sind also beide Brüder im vielseitigen Vampirfilm-Genre beschäftigt und Chris bedient die Zielgruppe der weiblichen Teenager, während Paul sich der der männlichen widmet – denn die Abenteuer von Darren Shan sind eher an Action und weniger an Romantik orientiert. Ob für die Weitz-Brüder jedoch die so verlockend einfache Rechnung "Fantasy + Franchise = Fettes Geld" aufgeht, darf bezweifelt werden. Nicht nur, weil Chris' "New Moon" ein so langweiliger Film war, sondern auch, weil Pauls "Mitternachtszirkus" im Grunde eine einzige lange Exposition ist, in der Figuren und Motive präsentiert werden, die sich in geplanten Fortsetzungen erst noch zu Beziehungen und Handlungssträngen werden organisieren müssen. Denn zunächst einmal geraten Darren und sein bester Freund Steve, der keinen guten Einfluss auf ihn ausübt, im Zuge einer durch eine fette Spinne in einer Freakshow ausgelöste Verwicklung mitten hinein in die ideologischen Differenzen bezüglich der Blutsauferei, die die Vampir- und die Vampyr-Clans entzweien. Das heißt, Darren und Steve finden sich auf feindlichen Seiten wieder, der eine als Halbvampir, der andere als größenwahnsinniger Neidhammel. Und während Darren von Vampir Larten Crepsley unter die Fittiche genommen wird und im Cirque du Freak Unterschlupf findet, gerät Steve in die Fänge des rätselhaften Bösewichts Mr. Tiny, der einen zwielichtigen Masterplan mit dem Jungen zu verfolgen scheint. Das alles verheißt nichts Gutes für die Zukunft.

Ob jedoch der Ausgang dieses Abenteuers jemals im Kino zu erfahren sein wird, ist äußerst fraglich, da "Mitternachtszirkus" in den USA nur einen Bruchteil seiner Produktionskosten eingespielt hat. Damit scheint Paul Weitz das Schicksal seines Bruders Paul zu teilen, der 2007 mit "Der goldene Kompass" das teure erste Kapitel eines geplanten Mehrteilers glorios in den Sand setzte, woraufhin keine Rede mehr von Fortsetzungen war. Womit in die Filmografien der beiden Brüder eine weitere Gemeinsamkeit einzöge.

Was einstweilen bleibt von dem ganzen mitternächtlichen Zirkus, ist eine Aneinanderreihung von halbwegs unterhaltsamen Episödchen, die allerdings noch lange keinen Film ergeben, sowie der Anblick John C. Reillys, Salma Hayeks, Willem Dafoes und Ken Watanabes, die in minutenkurzen Auftritten ihr Talent verschwenden, weil sie auf die längerfristige Entwicklung ihrer jeweiligen Figur setzen. Was bleibt, ist eine Enttäuschung.
Alexandra Seitz

(Cirque du Freak: The Vampire's Assistant) USA 2008, Regie: Paul Weitz, Buch: Brian Helgeland, Paul Weitz nach den Romanen von Darren O'Shaughnessy, mit John C. Reilly, Ken Watanabe, Josh Hutcherson, Willem Dafoe, Salma Hayek u. a., 109 min, Kinostart: 7. Januar 2010 bei Universal

Foto: Verleih


www.thevampiresassistant.net
Website zum Film (englisch)
movies.universal-pictures-international-germany.de/mitternachtszirkus
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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