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Die Zeit, die man an der Uni verbringt, ist wahrlich nicht nur zum Pauken da. Momo (Max Riemelt) zum Beispiel, der Protagonist in Frieder Wittichs Debütfilm "13 Semester", findet während seines BWL-Studiums nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu seiner Traumfrau. Er feiert Partys, lernt neue Freunde und das Leben kennen, scheitert ein ums andere Mal und steht nach mehr oder weniger langen Durchhängern immer wieder auf. Kurzum: Er durchlebt einen Reifungsprozess.
Frieder Wittich erzählt diese klassische Coming-of-Age-Geschichte in einer episodisch angelegten, der Chronologie der Hochschulsemester folgenden Komödie – von der Wohnungssuche in Darmstadt bis zur Diplomprüfung. Elliptisch werden die jeweils wichtigsten Ereignisse eines Halbjahres bilanziert, wobei die hübsche Studentin Kerstin (Claudia Eisinger) immer wieder einen Fixpunkt bildet, ist unser Protagonist doch über alle Maßen in sie verschossen.
Positiv am Drehbuch und der Inszenierung fällt auf, dass die klar gezeichneten Charaktere mit ihren Problemen, Ansichten und Eigenheiten mehr im realen Erleben verankert sind, als das in solchen Komödien üblicherweise der Fall ist. Wittich wahrt durchgängig eine gewisse Bodenhaftung, gerade so, als habe er während seiner eigenen Studienzeit das Drehbuch vom Leben selbst abgeschrieben. Eine zaghafte Botschaft des Films ist dabei die Erkenntnis, dass das Vertrauen in die persönlichen Fähigkeiten ganz entscheidend von der Perspektive auf das eigene Leben abhängt, das nie nur von einer Warte aus betrachtet werden kann. Programmatisch dafür stehen drei Szenen, in denen Momo sein Auslandssemester in Australien (das der Film mittels Fotografien visualisiert) mit drei völlig unterschiedlichen Gewichtungen erzählt – von der Don-Juan-Variante bis zur eifrigen Seminar-Belegung.
"13 Semester" bietet zwar nichts Neues (muss er ja auch nicht), verpackt seine Geschichte aber überaus eingängig und effektiv mit regelmäßigen Musik-Passagen, die das Lebensgefühl greifbar machen, einer ökonomisch reduzierten Dramaturgie und treffsicherer Situationskomik. Herausgekommen ist eine kurzweilige Komödie aus Deutschland, die sich durchaus sehen lassen kann.
Christian Horn
13 Semester, Deutschland 2008, Regie: Frieder Wittich, Buch: Frieder Wittich, Oliver Ziegenbalg, mit Max Riemelt, Alexander Fehling, Robert Gwisdek, Claudia Eisinger, Amit Shah u. a., 102 min, Kinostart: 7. Januar 2010 bei 20th Century Fox
Foto: Verleih
www.13semester.deWebsite zum Film (deutsch)
www.filmportal.deInfos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
www.kinofenster.deFilmbesprechung auf kinofenster.de
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