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Als wär das Leben nicht schon kompliziert genug, in "Soul Kitchen" wird es noch komplizierter: Zinos hat nicht nur ein schlecht laufendes Restaurant, eine Freundin, die nach Shanghai auswandern will, und einen Bruder, der gerade aus dem Knast kommt, sondern nun auch noch einen kaputten Rücken, Ärger mit Immobilienspekulanten und Probleme mit dem Finanzamt. Denn schließlich ist das hier Kino und Regisseur Fatih Akin ("Gegen die Wand", "Auf der anderen Seite") hat sich nach schwererem Stoff nun einmal an einer Hamburger Heimatkomödie mit tragischen Zügen versucht. Die steuert – das verlangen die Regeln des Genres – auf die allumfassende Katastrophe zu, kann aber natürlich auf keinen Fall auf ein Happy End verzichten.
Es ist eine Fingerübung und sicherlich nicht Akins bester Film. Aber ein hervorragendes Ensemble, aus dem nur Hauptdarsteller Adam Bousdoukos etwas abfällt, verdeckt manche Lücken, die das Drehbuch lässt. Vor allem aber gelingt "Soul Kitchen", weil der Film im Laufe seiner weitgehend kurzweiligen 99 Minuten immer mehr märchenhafte Züge annimmt, zugleich aber auch ein Stück bundesdeutsche Realität abbildet: Gerade dadurch, dass der migrantische Hintergrund fast aller Figuren keine dramaturgische Rolle mehr spielt, sondern ganz selbstverständlich zur Biografie seines pittoresken Personals gehört, feiert Akin ein multikulturelles Deutschland als Normalität.
Thomas Winkler
Soul Kitchen, Deutschland 2009, Regie: Fatih Akin, Buch: Fatih Akin, Adam Bousdoukos, mit Adam Bousdoukos, Moritz Bleibtreu, Birol Ünel, Anna Bederke, Lucas Gregorowicz u. a., 100 min, Kinostart: 25. Dezember 2009 bei Pandora
Foto: Verleih
www.soul-kitchen-film.comWebsite zum Film (deutsch)
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