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Das wahre Leben schreibt die rührseligsten Geschichten. Wenn also ein Vollblutjournalist wie Steve Lopez (Robert Downey Jr.) in einer Unterführung auf einen obdachlosen, psychisch kranken Streichmusiker stößt, hat er nur eine Wahl: Er verfasst eine Kolumne. Und Hollywood macht einen Film darüber. Denn die beiden Helden von "Der Solist" gibt es wirklich. Man glaubt es kaum, weil sich diesen Nathaniel Ayers (Jamie Foxx) eigentlich nur ein Drehbuch ausgedacht haben kann. In irre bunten Kostümen beglückt er den Verkehr von Los Angeles mit Beethoven. Seine Geige hat nur noch zwei Saiten. Eine große Karriere musste er abbrechen, als seine paranoide Schizophrenie es nicht mehr zuließ. Seitdem redet der abgekapselte Sonderling gar nicht oder wie ein Wasserfall. Dass die Oscar-Academy diese Performance nicht schon jetzt belohnen will, ist eigentlich ein Wunder.
Drückt Regisseur Joe Wright ("Abbitte") nun zu viel oder zu wenig auf die Tränendrüsen? Jedenfalls bemüht er sich, die klassischen Fehler in der Darstellung psychisch kranker Menschen zu vermeiden. Hier wird niemand auch nur ansatzweise geheilt, der nicht geheilt werden kann. Was den Blick auf Lopez richtet, den einsamen Berufszyniker und Alkoholiker, dem Schicksal und Musik seines neuen Schützlings nicht nur eine gute Story liefert. Natürlich ist auch das eine problematische Lösung und im Vergleich zur Realität bereits arg übertrieben, und so verlagert sich Wright vor allem auf die ästhetische Ebene. Der ganze Film ist so schreiend bunt und zerrissen wie Ayers' Garderobe; wenn er spielt, verwandelt sich die Musik in wild über die Leinwand tanzende Lichteffekte.
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