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Der selbstständige Zimmermann Roger (Jan Plewka) lässt auf dem Bau eine Betonladung danebengehen und sorgt für Chaos: Seine immer öfter zitternden Hände sind ein von ihm lang ignoriertes Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Roger hat Parkinson, eine auch als "Schüttellähmung" bekannte neurologische Erkrankung.
Die Furcht, sich seiner Frau und den Kindern mitzuteilen, ist bei Roger so groß, dass es in der Familie ebenfalls zur Katastrophe kommt. Rogers Frau Dinah (Nicolette Krebitz) erlebt ein Wechselbad der Gefühle, bis sich endlich ausgesprochen wird. Besser gesagt ausgesungen. Denn "Liebeslied" ist ein Musical, und das bedeutet, dass in emotional fordernden Situationen (von denen es in Familien-Krankheitsdramen naturgemäß eine Menge gibt) innegehalten und alles mit Musik gesagt, umrahmt und untermalt wird. Das ist in diesem Fall nicht so schlimm, denn Selig-Sänger Jan Plewka, der die meisten Songs zusammen mit seinem Bandkollegen Christian Neander, einige auch mit Krebitz geschrieben hat, ist ein versierter Rocksänger, den man vielleicht nicht mögen kann, der aber für eine tadellose Deutschrockattitüde steht. Und Nicolette Krebitz schafft es ebenfalls, die oft beängstigend schlageraffinen Texte ("In jeder Dunkelheit ein Licht / schau hinauf für dich und mich") so nonchalant zu singen, dass sich einem die Fußnägel nicht ganz so stark aufrollen. Schwierig ist aber, dass auch bei "Liebeslied" das typische Musicalproblem auftaucht: Üblicherweise sind Songs um die drei Minuten lang, und in dieser Zeit bleibt die Handlung stehen.
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