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Nein, auch in "New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde" von Chris Weitz – der Verfilmung des zweiten der vier Bestseller-Romane von Stephenie Meyer – kommt es nicht zum Äußersten. Auch diesmal bleibt die Liebe zwischen dem gut durchbluteten, schüchternen Teenager Bella Swan und Edward Cullen, dem ätherischen Vampir, dessen Haut im Sonnenlicht wie Biskuit-Porzellan glitzert, züchtig und keusch und bezieht ihre beinahe schon pathologische Leidenschaftlichkeit aus dem Verzicht auf Körperkontakt. Ein Verzicht, der umso unglaubwürdiger ist, als die Körper der Schauspieler/innen immer wieder mit unverholen voyeuristischem Gestus in Szene gesetzt werden, und der umso schwerer fällt, als das Spiel aus Anziehung und Abstoßung zwischen den Hauptfiguren auf eine Weise sexuell aufgeladen wird, die weitaus intimer und eindeutiger wirkt als eine durchschnittlich freizügige Beischlafszene in einem durchschnittlichen Liebesfilm.
Wenn Edward vor Lustschmerz aufstöhnt, als sich Bella einmal einen (ganz kurzen) Kuss von ihm ertrotzt, oder als Jacob, Bellas Freund aus Kindertagen, sein T-Shirt von sich wirft, um mit seinen Muskeln zu protzen (und was für Muskeln!), dann hat das nicht nur einen unfreiwillig komischen Effekt. Dergleichen Szenen machen auch unmissverständlich deutlich, wovon hier zwischen den Zeilen die Rede ist, welche Kräfte im Zaum gehalten werden sollen und auf welch bildlich armseligem Niveau ihre Darstellung stattfindet.
In "
Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen" von Catherine Hardwicke – der Verfilmung des ersten Teils der so genannten "Twilight-Saga" – mag die erzkonservative Sexualmoral, die die Mormonin Meyer in ihren Romanen vertritt, noch einigermaßen kurios-faszinierend gewirkt haben. "New Moon" allerdings leidet arg an der Fortsetzungs-Krankheit: einem Übermaß von sich entwickelnden Handlungssträngen, sich zuspitzenden Konflikten und sich etablierenden Figuren-Konstellationen. Allzu deutlich wird der Boden für das alsbaldige Einsetzen des Showdowns bereitet und mitten im erzählerischen Furor tritt Stillstand ein, macht sich Langeweile breit, beginnt einen das ganze unerfüllte Schmachten, melancholische Brüten und sehnsuchtsvolle Hin und Her aufs Fürchterlichste anzuöden.
Und noch einmal nein, weder Kristen Stewart als Bella noch der sowieso überschätzte Robert Pattinson als Edward tragen irgendetwas dazu bei, diese Ödnis zu lindern. Allenfalls die Muckis von Taylor Lautner in der Rolle des Jacob sowie die seiner beharrlich halbnackt durch den Wald rennenden Werwolfkollegen vermögen einen kurzzeitig aus dem Stupor zu reißen. Allerdings auch nur lange genug, um sich zu fragen, was das Ganze soll und warum man nicht endlich zur Sache kommt?
Alexandra Seitz(The Twilight Saga: New Moon) USA 2009, Regie: Chris Weitz, Buch: Melissa Rosenberg nach dem Roman von Stephenie Meyer, mit: Robert Pattinson, Kristen Stewart, Taylor Lautner, Ashley Greene, Rachelle Lefevre u.a., 131 min, Kinostart: 26. November 2009 bei Concorde
Foto: Verleih
newmoon.twilight-filme.deWebsite zum Film (deutsch)
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
www.stepheniemeyer.comDie Homepage der Twilight-Autorin Stephenie Meyer (englisch)
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