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Der österreichische Regisseur Michael Glawogger hat sich sowohl in seinen Dokumentationen ("Megacities") als auch Spielfilmen ("Slumming") als präziser Beobachter menschlicher Randbezirke erwiesen. Seine Figuren sind Gezeichnete und entziehen sich jedem Versuch der Identifikation. Nun hat er zum ersten Mal eine Literaturvorlage verfilmt, "Das Vaterspiel" seines Landsmannes Josef Haslinger.
Akribisch hat der litauische Jude Jonas Shtrom (Ulrich Tukur) seit Kriegsende alles Beweismaterial über die Hinrichtung seines Vaters im Jahre 1941 gesammelt und geordnet, das er nun fast zwanzig Jahre später einer Untersuchungskommission vorträgt. Er ist sich sicher, dass ein ehemaliger Klassenkamerad im Dienste der Nazis dafür die Verantwortung trägt und mittlerweile unter anderem Namen in den USA untergetaucht ist. Gut dreißig Jahre später erreicht den erfolglosen Computerfrickler Ratz (Helmut Köpping) in Wien ein nächtlicher Anruf aus New York von seiner ehemaligen Kommilitonin Mimi (Sabine Timoteo), die ihn um Hilfe bei einem Kellerausbau bittet. Ihr konnte er noch nie etwas abschlagen, und so macht er sich gleich auf den Weg. Mit im Gepäck hat er sein Computerspiel, das er hofft in New York vermarkten zu können: In dem Spiel ist der eigene Vater der Feind und kann zigfach abgeballert werden. In New York angekommen, erweist sich der kleine Gefallen bald als eine große Aufgabe, denn in dem Keller versteckt sich seit Jahrzehnten Mimis Großvater. Er ist nämlich niemand anderes als der von Jonas Shtrom gesuchte Kriegsverbrecher.
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