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Esperanza (Tania Martínez), die spanische Rucksacktouristin, findet Ecuador großartig: die Landschaft, die Vulkane, die Ureinwohner/innen – all das ist so spannend und abwechslungsreich wie im Reiseführer Lonely Planet beschrieben. Tristeza (Cecilia Vallerjo), die hier nicht nur zur Durchreise lebt, steht ihrem Land kritischer gegenüber. Für die ökonomischen Probleme der kleinen südamerikanischen Republik, die verödeten ländlichen Strukturen und die Machokultur hat so eine Europäerin natürlich keinen Blick! Und nun auch noch dieser Busstreik, den die Ureinwohner/innen angezettelt haben und der die beiden sehr unterschiedlichen jungen Frauen zum gemeinsamen Trampen zwingt. Die intellektuelle Studentin unterstützt jeden politischen Kampf, aber eigentlich ist sie "gegen alles". Was sie gar nicht mag, ist Urlaub im Elend anderer Leute.
Dass die Animositäten zwischen ihrer Heimat und der ehemaligen Kolonialmacht Spanien bis heute reichen, zeigt das Spielfilmdebüt der Ecuadorianerin Tania Hermida mit viel Humor. Da verlangt der Taxifahrer gern etwas mehr, denn erstens verdient ihr in Spanien doch so viel und zweitens habt ihr uns den Inkaschatz gestohlen! Im Vordergrund stehen aber die verschiedenen Charaktere von Esperanza ("Hoffnung") und Tristeza ("Traurigkeit"), die ihre sprechenden Namen nicht zu Unrecht tragen. So naiv und emotional die eine, so ernst und pragmatisch ist die andere. Oder ist es genau umgekehrt? Je tiefer der Film in seine Figuren eindringt, desto mehr hat man diesen Eindruck. Tristeza, die auch nicht wirklich so heißt, macht die Reise, um einen Freund oder auch Ex-Freund von einer schrecklich bürgerlichen Hochzeit abzuhalten. So etwas völlig Verrücktes würde Esperanza, die sich auch keine Fantasienamen ausdenkt, nie tun.
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