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(500) Days Of Summer

Junge trifft Mädchen

Kinostart: 22.10.2009 | Philipp Bühler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Wenn man sich geküsst, miteinander geschlafen und bei Mondschein ganz tiefe Geheimnisse ausgetauscht hat, ist man zusammen. Wenn man zu zweit bei Ikea war, ist es die große Liebe. So denkt sich das Tom (Joseph Gordon-Levitt). Aber Summer (Zooey Deschanel), erst seit kurzem seine Arbeitskollegin, ist irgendwie schräg drauf. Ihre Zuneigung bleibt unverbindlich, sie mag ihn "als Freund". Dabei ist sie doch nicht mehr als "ein Durchschnittsmädchen mit einer magischen Ausstrahlung". Genau von so einer hat Tom ein Leben lang geträumt, er kennt sie aus französischen Filmen und all den weinerlichen englischen Popsongs, aus denen sich ein nicht mehr ganz junger Hipster von heute seine Welt baut. Doch merkwürdig, für seine Beziehung zu Summer haben selbst die allerwichtigsten Gemeinsamkeiten keine Bedeutung. Sie mag The Smiths – und verlässt ihn trotzdem.

Dass diese Liebe schmerzhaft endet, weiß man von Anfang an. "(500) Days of Summer" ist ein Liebesfilm, der da beginnt, wo andere aufhören. Ab wann, will Tom wissen, ging die Sache schief? In einer postmodernen Verschachtelung von Split-Screens, Fake-Biografien und nachgestellten Filmszenen werden die Stationen der Beziehung rekonstruiert, mit konfuser Reihenfolge, also sehr lebensnah. Kennenlernen im Aufzug, erster Kuss am Kopierer – war für Summer alles nur ein Spiel? Die nüchterne Antwort ist natürlich, dass Tom sich aus seiner postpubertär-romantischen Vorstellungswelt lösen und die Dinge betrachten muss, wie sie sind. Von unerfüllten Träumen sollte er etwas wissen, schließlich wollte er Architekt werden und arbeitet heute als Texter für alberne Grußpostkarten. Seit neuestem in der Abteilung Beileid. Die Winterkollektion.

Regisseur Marc Webb hat genug Erfahrung mit unglücklichen Liebschaften, um Toms Höllenqualen mit heiter ironischem Abstand nachzuvollziehen. Wer hat die nicht? Sicher wäre der Film aus Summers Perspektive interessanter, aber dann wäre Webb Franzose. Als Independent-Version einer romantischen Komödie ist "(500) Days of Summer" derzeit ziemlich alternativlos, in die Hauptfiguren muss man sich einfach verlieben, und zwischen allerlei bittersüßen Postkartenweisheiten steckt auch viel Wahres. Manche Mädchen sind nun mal größer als andere. Und morgen ist auch noch ein Tag. Vom Tanzen auf der Straße bis zum schlimmsten Liebeskummer spendet der Film so viel Trost wie ein Popsong, nicht mehr und nicht weniger.
Philipp Bühler

(500) Days Of Summer, USA 2009, Regie: Marc Webb, Buch: Scott Neustadter, Michael H. Weber, mit Joseph Gordon-Levitt, Zooey Deschanel, Geoffrey Arend, Matthew Gray Gubler, Chloë Grace Moretz u. a., 97 min, Kinostart: 22. Oktober 2009 bei 20th Century Fox

Foto: Verleih


Website zum Film (englisch)
Website zum Film (deutsch)  
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