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Ein Teil von mir

Aus Teenagern werden Eltern

Kinostart: 15.10.2009 | Stefan Stiletto | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Natürlich kennt Jonas das Mädchen, das vor den Schultoren auf ihn wartet. Aber er will sie nicht unbedingt wiedersehen. Vicky war nur eine kurze Liebschaft. Sie haben sich getrennt, keine große Sache. Doch Vicky bleibt beharrlich und drückt ihm einen rosaroten Brief in die Hand. Jonas ahnt, dass es nicht so leicht gehen wird. In dem Brief offenbart ihm Vicky, dass sie von ihm schwanger ist. Jonas streitet ab, geht Vicky aus dem Weg – bis sie fast ein Jahr später wieder in seinem Leben auftaucht, mit einem Kinderwagen und der kleinen Klara. Jonas will mit ihr nichts zu tun haben. Das Baby macht ihm Angst, und weil er sich nicht fühlt wie ein Vater – er ist doch erst 16 –, will er auch nicht ihr Vater sein. Vicky aber kann nicht so einfach aus ihrer Haut. Sie fordert nicht, dass Jonas sich an sie bindet. Aber sie will, dass auch er Verantwortung übernimmt.

Spätestens seit "Juno" scheint Schluss damit zu sein, dass Geschichten über schwangere Teenager immer ernste Dramen, zumal aus Erwachsenensicht, sein müssen. So überspringt auch Christoph Röhl in seinem kleinen, unaufgeregten Film, der eigentlich für die ZDF-Reihe Das kleine Fernsehspiel gedreht wurde, in einem großen Zeitsprung die Schwangerschaft und konzentriert sich darauf, wie die beiden jungen Eltern wider Willen mit ihrer neuen Verantwortung und ihrer Beziehung zueinander umgehen. Es ist schön zu sehen, wie ängstlich und unsicher sowohl Vicky als auch Jonas sein dürfen. Ihr Unbehagen wird immer wieder spürbar, ebenso ihre Versuche, der neuen Rolle aus dem Weg zu gehen. Sie kommen an ihre Grenzen und entwickeln sich doch ganz allmählich weiter. Besonders Vicky ist die Starke in dieser Beziehung. Sie setzt sich gegen ihre Mutter durch, die sie schon lange an Reife geschlagen hat und der sie schon aus Trotz beweisen wollte, dass sie ihr Leben selbst stemmen kann, auch mit einem Kind. Ein sensibler Coming-of-Age-Film auf Augenhöhe mit Jonas und Vicky – und ganz und gar nicht moralisierend.
Stefan Stiletto

Ein Teil von mir, Deutschland 2008, Regie: Christoph Röhl, Buch: Philippe Longchamp, Christoph Röhl, mit Ludwig Trepte, Karoline Teska, Lena Stolze, Julia Richter u. a., 88 min, Kinostart: 15. Oktober 2009 bei defa spektrum

Foto: Verleih


www.derfilm-einteilvonmir.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.filmportal.de
Infos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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