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Lippels Traum

Die Kraft der Fantasie

Kinostart: 8.10.2009 | Stefan Stiletto | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Mit Tränen in den Augen winkt der elfjährige Lippel seinem Vater nach, als dieser zu einer Geschäftsreise nach New York aufbricht. Nun muss Lippel sehen, wie er eine Woche lang mit der Haushälterin Frau Jakob auskommen kann, die auf ihn aufpassen soll. Frau Jakob ist extrem pingelig, ekelt sich vor Dreck und Tieren, liebt Tomaten und hat zu allem Überfluss auch schon mit Lippels Vater geflirtet. Ablenkung findet Lippel in dem Buch mit den Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht, das ihm sein Vater geschenkt hat. Schnell hat ihn die abenteuerliche Geschichte über einen verstoßenen Königssohn gepackt – doch gerade, als es richtig spannend wird, verbietet ihm Frau Jakob das Lesen und versteckt das Buch. Lippel ist wütend. In seinen Träumen aber taucht er plötzlich in diese Geschichte ein, ja, wird selbst zu einer der Hauptfiguren. Zu seiner Verwunderung trifft er viele bekannte Gesichter wieder: Eine bösartige Tante sieht aus wie Frau Jakob, der König wie sein Vater und die Kinder des Königs wie seine neuen Klassenkameraden. Von nun an versucht Lippel, so oft wie möglich zu schlafen, um im Traum der Tante und ihren Intrigen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Solch ein Selbstbewusstsein bräuchte er auch in der Wirklichkeit, um Frau Jakob die Stirn zu bieten.

Die Zeiten haben sich geändert. Ist Lippel in der mittlerweile 25 Jahre alten Romanvorlage von Paul Maar noch auf die Hilfe einer älteren Freundin angewiesen, um Frau Jakob in die Schranken zu weisen, so darf er in der Verfilmung nun selbst aktiv werden. In seinen Träumen kann er seinen Mut und sein Geschick unter Beweis stellen und sich schon einmal probeweise gegen eine Frau auflehnen, die ähnlich unangenehm ist wie Frau Jakob. So ist sein Traum keine Flucht aus der Wirklichkeit, sondern eine Bereicherung für seinen Alltag. Mit schönen Überblendungen und Schnitten werden diese beiden Welten miteinander verbunden und lassen das verregnete, mystische Passau und das überraschend raue Morgenland ineinander fließen. Lars Büchel gelingt vor allem zu Beginn eine stimmige, traumhaft-schwebende Atmosphäre. Nur gegen Ende hin wandelt sich die Geschichte zu sehr ins Versöhnliche und ersetzt Magie durch Slapstick.
Stefan Stiletto

Lippels Traum, Deutschland 2009, Regie: Lars Büchel, Buch: Ulrich Limmer, Paul Maar nach dem gleichnamigen Kinderroman von Paul Maar, mit Karl Alexander Seidel, Anke Engelke, Moritz Bleibtreu, Uwe Ochsenknecht, Christiane Paul u. a., 100 min, Kinostart: 8. Oktober 2009 bei Universum

Foto: Verleih


www.lippels-traum.de
Website zum Film (deutsch)
www.filmportal.de
Infos zum Film auf filmportal.de
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Infos zum Film in der Internet Movie Database
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