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Verblendung

Reise in eine dunkle Vergangenheit

Kinostart: 1.10.2009 | Andreas Resch | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Ein junges Mädchen verschwindet. Was zurück bleibt, sind Fotos. Eines zeigt das Mädchen kurz vor seinem Verschwinden: ängstlich, verstört. Als ahne es bereits, dass bald etwas Schreckliches geschehen wird. Knapp vierzig Jahre später: Der Onkel des Mädchens, Henrik Vanger, ein millionenschwerer Unternehmer, hat die Hoffnung nie aufgegeben, dass seine Nichte Harriet vielleicht doch noch am Leben sein könnte, und engagiert den Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist, um in der Sache ein letztes Mal zu recherchieren und endgültig zu klären, was sich damals ereignet hat.
    
"Verblendung", Niels Arden Oplevs Verfilmung des ersten Teils der "Millennium"-Trilogie des 2004 verstorbenen schwedischen Bestsellerautors Stieg Larsson – zwei weitere Filme werden in Kürze folgen –, ist ein zweieinhalbstündiges Epos voller Gewalt und Grausamkeit. Immer tiefer wird Blomkvist in eine finstere Familiengeschichte hineingezogen, in der jeder jeden zu hintergehen scheint und in welcher der Journalist langsam, aber sicher den Überblick zu verlieren droht. Genau in diesem Moment erhält Blomkvist unerwartete Hilfe von der Hackerin Lisbeth Salander, die doch eigentlich darauf angesetzt war, ihn zu überwachen. Die beiden werden ein Team, ein höchst ungewöhnliches obendrein: auf der einen Seite der eher bodenständige Wirtschaftsjournalist, auf der anderen die zu exzessiven Gewaltausbrüchen neigende Borderline-Persönlichkeit. 

Was diesen Film neben dem sorgfältig konstruierten Plot so unglaublich gut macht, sind die plötzlichen Wechsel im Tonfall, die nicht nur für Abwechslung sorgen, sondern zudem verhindern, dass die Figuren klischeehaft reduziert werden. In einer der coolsten Sexszenen der jüngeren Filmgeschichte lässt Lisbeth den verdutzten Blomkvist allein im Bett zurück. Sie hat bekommen, was sie wollte – und geht. Solche Momente lockern, ohne zu kalauern, die Stimmung auf und geben dem Film einen ganz eigenen Sound, der ihn von atmosphärisch ähnlich dichten Genreklassikern wie "Das Schweigen der Lämmer" (1991) oder David Finchers "Sieben" (1995) abhebt.
Andreas Resch

(Män som hatar kvinnor) Schweden, Dänemark, Deutschland 2009, Regie: Niels Arden Oplev, Buch: Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg nach dem Roman von Stieg Larsson, mit Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Sven-Bertil Taube, Peter Haber u. a., ab 16, 152 min, Kinostart: 1. Oktober 2009 bei NFP

Foto: Yellowbird/Photo by Knut Koivisto


www.verblendung-derfilm.de
Website zum Film (deutsch)
www.filmportal.de
Infos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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