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Louise Hires a Contract Killer

Rache ist pechschwarz

Kinostart: 24.9.2009 | Philipp Bühler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Die Abfindung ist die größte Unverschämtheit von allen. Zusammen 20.000 Euro bekommen die Näherinnen einer nordfranzösischen Textilfabrik, nachdem sich die Firmenleitung mitsamt Maschinenpark aus dem Staub gemacht hat. Aber in der Krise kommt der Mensch zu kreativen Lösungen: "Lasst uns den Chef umlegen", rät Louise (Yolande Moreau). Die Abstimmung ist demokratisch, der Vorschlag sofort akzeptiert. Mit dem zusammengelegten Geld macht sich Louise auf die Suche nach einem Profikiller, findet aber nur den vertrottelten Parkplatzwächter Michel (Bouli Lanners) – selbst sein letzter 1-Euro-Job, Nachbars Hund zum Schweigen zu bringen, ging schief. Auch Louise gehört nicht zu den Hellsten, aber mit vereinten Kräften kann der Klassenkampf beginnen.

Die Lösung zur Abschaffung des Kapitalismus ist natürlich keine, und der Humor von "Louise Hires a Contract Killer" überhaupt nicht kreativ, sondern rein destruktiv. Aber genau so, als aberwitzige Groteske mit scharfen Spitzen gegen die ökonomischen Realitäten, funktioniert der Film wunderbar. Hinter jedem Boss, müssen Louise und Michel feststellen, steht ein weiterer Oberboss. Und weil die beschränkten Revoluzzer die kapitalistischen Prinzipien auch irgendwie verinnerlicht haben, versuchen sie die schmutzige Arbeit zu delegieren: Eine todkranke Chemo-Patientin soll den ersten Auftrag ausführen. Nebenbei bekommen auch versponnene Recycling-Bauern und 9/11-Verschwörungstheoretiker ihr Fett weg.

Der Originaltitel "Louise-Michel" bezieht sich auf die französische Anarchistin Louise Michel (1830-1905), die der Film im Abspann als Inspiration nennt. Was bei ihr handfeste Politik war, kippt auf einer ästhetischen Ebene fast notgedrungen ins Surreale beziehungsweise in politisch unkorrekten Slapstick. Dafür allerdings sind die Regisseure Gustave de Kervern und Benoît Delépine Spezialisten: In ihrem letzten Film "Aaltra" (2004) spielten sie selbst zwei verfeindete Rollstuhlfahrer auf der Suche nach einer angemessenen Entschädigung für ihre Querschnittslähmung. Es braucht also keine Banken- und Arbeitsmarktkrise, um diese begnadeten Kino-Anarchisten in Fahrt zu bringen.
Philipp Bühler

(Louise-Michel) Frankreich 2008, Buch & Regie: Gustave de Kervern, Benoît Delépine, mit Yolande Moreau, Bouli Lanners, Benoît Poelvoorde, Mathieu Kassovitz, Albert Dupontel u. a., ab 16, 94 min, Kinostart: 24. September 2009 bei Kool

Foto: Verleih


www.louisehiresacontractkiller.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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