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Wir leben im Zeitalter der Dummheit. Sagt der altehrwürdige Schauspieler Pete Postlethwaite und hat vermutlich recht. Aber in der Zukunft ist man immer schlauer. Postlethwaite spielt den letzten Menschen auf Erden, man schreibt das Jahr 2055. London ist überflutet, Sydney verbrannt, der ganze Planet kaputt. "Wir hätten uns retten können. Warum haben wir es nicht getan?" Das ist die Frage, auf die der Brite auch keine Antwort hat. Was er hat, ist ein allwissender Computer, der uns in die Vergangenheit blicken lässt: In "The Age of Stupid" wird die Leinwand zum Touch-Screen. Mit bestürzter Miene tippt Postlethwaite – sein Furchengesicht hat ja tatsächlich Endzeit-Qualitäten – darauf herum und präsentiert wichtiges Doku-Material von heute als wertloses Wissen von morgen. Wir wussten Bescheid über Umweltverschmutzung und Klimakatastrophe, nun ist es zu spät.
Die düstere Zukunftsvision fungiert als Mantel für niederschmetternde Berichte aus den Krisenregionen der Welt: In den Alpen schmelzen die Gletscher, in Nigeria essen Menschen von Öl verseuchte Fische, verrückte Briten, die neben einer Rennstrecke leben, wehren sich gegen einen harmlosen Windpark, ein Inder will mit einer neuen Fluglinie das halbe Land aus dem Zug in die Luft bringen. Dazu erläutern kleine Zeichentrickfilme Zahlen und Zusammenhänge für alle, die Al Gore mit seinem Powerpoint-Spektakel "Eine unbequeme Wahrheit" (2006) noch nicht überzeugt hat.
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