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Julie & Julia

Rezepte fürs Leben

Kinostart: 3.9.2009 | Susanne Sitzler | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Julie Powell steckt – kurz vor ihrem 30. Geburtstag – in einer Krise: Ihre Freundinnen sind beruflich erfolgreicher. Sie ist mit ihrem Mann in eine Wohnung nach Queens umgezogen, die ihr nicht gefällt. Und die Pendelei zu ihrem Job in einem Großraumbüro in Downtown Manhattan kostet Nerven. Sie braucht etwas Neues in ihrem Leben, ein Ziel – und kommt auf eine ungewöhnliche Idee: In einem Jahr will sie sich durch den Kochbuchklassiker "Mastering the Art of French Cooking" kochen. 365 Tage, 524 Rezepte. Julie, die schon immer ein Faible für gutes Essen hatte, nimmt die Herausforderung an. Hummer töten, Sülze kochen, eine Gans entbeinen. Das ist Selbsttherapie am Herd. Denn was ist das Schönste am Kochen? Dass es einem nach einem schlechten Tag gelingt, ein wirklich köstliches Menü zu zaubern,

Während Julie also allabendlich in ihrer winzigen Küche unerschrocken den Kochlöffel schwingt, erkennt sie, dass das Leben lustvoller wird, je mehr man sich darauf einlässt. Kochbuchautorin Julia Child, die exzentrische und unverwechselbare Frau, die in den 1960er-Jahren die amerikanische Küche revolutionierte, wird ihr dabei zu einer merkwürdigen Vertrauten. Sie startet einen Blog, den sie "Das Julie/Julia-Projekt" nennt, um von ihren Erfahrungen zu berichten: Ob das Boeuf Bourguignon gelungen ist. Wie verdammt schwierig es ist, ein Ei zu pochieren. Oder einfach wie köstlich Schokoladenkuchen mit einer gehörigen Portion Butter schmeckt. Rasch gewinnt sie viele Fans und selbst die New York Times wird auf die bloggende Kochschülerin aufmerksam. Doch Julies Beziehung droht unter dem Experiment zu zerbrechen.

Ineinander verschränkt erzählt "Julie & Julia" vom Leben der beiden Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten lebten und sich nie begegnet sind. Das Salz in der Suppe ist dabei ganz sicher Meryl Streep, durch die man Julia Child einfach lieben muss: Die Amerikanerin lebte mit ihrem Mann, einem Diplomaten, nach dem Zweiten Weltkrieg in Paris, wo sie die französische Küche für sich entdeckte. Als einzige Frau besuchte sie die berühmte Kochschule Cordon Bleu. Jahrelang arbeitete sie an ihrem Kochbuch, das 1961 zum ersten Mal erschien und inzwischen in der 49. Auflage in den amerikanischen Buchläden liegt. Mit 50 Jahren bekam sie eine eigene Kochshow im US-Fernsehen und wurde spätestens damit zur Legende. Nicht nur wegen der Rezepte, sondern vor allem wegen ihrer humorvollen, unverwechselbaren Art. "The tipsy Chef" wurde Child genannt, weil man nie sicher sein konnte, ob sie nicht doch ein Schlückchen zu viel getrunken hatte. Denn wer kommt schon auf die Idee, dem Geflügel vor der Zubereitung auf den Hintern zu klopfen oder einen misslungenen Crèpe sorglos in den Mülleimer zu donnern? Julia Child war so – lange bevor es Jamie Oliver und Tim Mälzer gab.
Susanne Sitzler

Julie & Julia, USA 2009, Buch & Regie: Nora Ephron nach dem Bestseller von Julie Powell, mit Amy Adams, Meryl Streep, Stanley Tucci, Chris Messina, Linda Emond u. a., 123 min, Kinostart: 3. September 2009 bei Sony Pictures

Foto: Verleih


www.julieandjulia.com
Website zum Film (englisch)
www.julie-und-julia.de
Website zum Film (deutsch) 
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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