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Ein Augenblick Freiheit

Angst im Nacken

Kinostart: 6.8.2009 | Christina Moles Kaupp | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Flüchtlingsschicksale bewegen, auch wenn ihre Zahl den Blick auf Einzelschicksale schier verstellt. Letztes Jahr waren insgesamt 42 Millionen Menschen auf der Flucht vor Verfolgung, gewaltsamen Konflikten, Krieg und Menschenrechtsverletzungen, weiß das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR. Wie es Einzelnen auf der Flucht ergehen kann, darüber hat Arash T. Riahi, Österreicher mit iranischen Wurzeln, seinen ersten, inzwischen mit Preisen überhäuften Spielfilm gedreht.

"Ein Augenblick Freiheit" beginnt brutal: Drei Menschen werden exekutiert, wir sehen es zwar aus sicherer Entfernung, doch hart geht es weiter. Zwei  Flüchtlingsgruppen aus dem Iran sind auf dem langen Weg nach Europa – mit gefälschten Papieren und Schleppern, denen nicht zu trauen ist. Zwei Freunde wollen zwei kleine Kinder zu ihren Eltern nach Wien bringen, ein Ehepaar flüchtet mit ihrem Söhnchen über die Berge. Stets die Angst im Nacken hasten sie durch die kalte, karge Landschaft, landen im Van eines Flüchtlingshelfers. Endlich erreichen sie Ankara. In einem schäbigen Hotel, spezialisiert auf Verzweifelte, treffen sie weitere Leidensgenossen: einen kurdischen Lebenskünstler und einen politischen Aktivisten. Ein Asylantrag bei der UN ist ihr nächstes Ziel, Sicherheit gibt es bis dahin nicht. Hinter jedem freundlichen Gesicht könnte sich ein iranischer Geheimpolizist verstecken, auch der türkischen Polizei ist nicht zu trauen, derweil geht das Geld aus, wachsen Ungeduld, Angst und Zweifel.

Arash T. Riahi hat sechs Jahre in diesen Film investiert. Einiges hat er selbst erlebt, vieles recherchiert. Stimmig ist sein Werk, gekonnt wechselt er zwischen Dramatik und Komik, rückt er seine sympathischen Charaktere ins beste Licht. Denn nicht zuletzt soll sein Film auch für Mitgefühl und gegen Fremdenhass plädieren. Dennoch: Nach zwei Dritteln ist der Punkt erreicht, an dem man sich ein schnelles Ende wünscht. Stattdessen zelebriert "Ein Augenblick Freiheit" die kostbaren Glücksmomente und buchstabiert das Flüchtlingselend seelenruhig weiter. Der Film will seine Protagonisten/innen nicht verabschieden und findet immer neue Wendungen und Krisen. Leider unterhöhlt Arash T. Riahis damit seine guten Absichten.
Cristina Moles Kaupp

(For a moment freedom) Österreich, Frankreich 2008, Buch & Regie: Arash T. Riahi, mit Navid Akhavan, Fares Fares, Behi Djanati Ataï, Payam Madjlessi u. a., OmU, 110 min, Kinostart: 13. August 2009 bei Film Kino Text

Foto: Verleih


www.foramomentfreedom.com
Website zum Film (deutsch, englisch, französisch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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