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Jan (Christian Ulmen) hat die Schnauze voll, bevor die Ehe geschlossen
ist – und zwar richtig. So kommt es, dass ihn sein Schwiegervater in
spe im Pyjama umringt von einer Schafherde auf der Landstraße auflesen
muss. Währenddessen heult sich die Braut Sara (Mina Tander) vor der
Kirche die Augen aus.
Dabei hatte doch alles recht harmlos
angefangen: der Antrag, das Kennenlernen der Schwiegereltern, die Idee
von einer standesamtlichen Trauung. Saras italienischer Vater Antonio
(Lino Banfi) bestand zwar von Anfang an auf eine traditionelle
Eheschließung in seiner Heimatstadt Campobello in Apulien – das hätte ja
auch ganz schön werden können –, aber wie konnte Jan absehen, dass die
ganze Großfamilie Marcipane vollkommen irre ist und dass alles in einer
Katastrophe enden würde?!
Christian Ulmen als Jan ist schon süß! Und das, obwohl seine Figur ein
Weichei ist, blass, rundlich und eher introvertiert, ein richtiger
Schreibtisch-Nerd, der nicht schwimmen kann und eine
Meeresfrüchteallergie hat. Vor allem aber kann er sich der
temperamentvollen und vereinnahmenden Marcipanes nicht erwehren, die es
nur gut mit ihm meinen, aber so anders sind als er. Jan ist trotz und
wegen seiner menschlichen Fehlbarkeit absolut liebenswert und Sara gut
zu verstehen, warum sie ihr Leben mit ihm teilen möchte.
Diese
Culture-Clash-Komödie ist die Adaption des gleichnamigen Bestsellers
von Jan Weiler, der in seinem Buch seine eigenen turbulenten
Erfahrungen mit den mannigfaltigen kulturellen sowie sprachlichen
Missverständnissen in seiner deutsch-italienischen Familie verarbeitet
hat: Wenn Jan bei einem Autounfall auf Italienisch verzweifelt und mit
falscher Aussprache radebricht, dass "seine Möse blinkt" – dann bleibt
kein Auge trocken.
Neben dem komödiantischen Ausschöpfen von
Klischees und Stereotypen hat der Film aber auch ganz besinnliche,
ernsthafte Momente: Antonio denkt durch die Konfrontation mit dem
Auserwählten seiner Tochter an seine Anfangszeit in Deutschland zurück, an die Schwierigkeiten, die er als Gastarbeiter dort in den 1960er-
und 1970er-Jahren hatte, mit Sprachbarrieren,
Fremdenfeindlichkeit,
seiner Einsamkeit und seinem Heimweh. Letztendlich überzeugt er Jan mit
seinen lebenserfahrenen Schilderungen der Vergangenheit davon, die
italienische Sippe und die Mentalitätsunterschiede zu akzeptieren.
Vieles
an dem Film von Regisseurin Neele Leana Vollmar ist genau so, wie man es von
einer Komödie dieser Art erwarten würde. Die beiden charakterlich sehr
eigenen, facettenreichen und starken Hauptdarsteller Lino Banfi und
Christian Ulmen machen den Film, nicht zuletzt auch wegen ihres
besonderen komödiantischen Talents, jedoch unbedingt sehenswert.
Stefanie ZoblMaria, ihm schmeckt's nicht, Deutschland,
Italien 2008, Regie: Neele Leana Vollmar, Buch: Daniel Speck, Jan Weiler nach dem gleichnamigen Roman von Jan Weiler, mit Lino Banfi, Christian Ulmen, Mina Tander, Sergio Rubini, Maren Kroymann u. a., 92 min, Kinostart: 6. August 2009 bei Constantin
Foto: Verleih
www.maria.film.deWebsite zum Film (deutsch)
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