Fanboys

Nichts für Trekkies

Kinostart: 30.7.2009 | Michael Brake | Kommentar schreiben | Artikel drucken
Kennt jede/r (zumindest, wenn man alt genug ist): Freunde/innen, die man fünf Jahre nach der Schule wieder trifft und die exakt genauso aussehen und genauso leben wie früher. Genau das passiert Eric auf einer Halloween-Party im Jahr 1998. Er selbst ist mittlerweile Anzugträger und kurz davor, das Autohaus seines Vaters zu übernehmen. Doch seine alten Buddies Linus, Hutch und Windows zocken nach wie vor Mario Kart in einer zum Jugendzimmer umgebauten Garage, hängen im Comicladen ab und diskutieren die ganz großen Fragen des Lebens: War Luke Skywalker nun in Prinzessin Leia verliebt – oder nicht? Denn die drei Jungs sind große Star-Wars-Fans, die von der Chewbacca-Maske über die komplette Trading-Card-Sammlung bis zur Stormtrooper-Montur alle Memorabilia besitzen und sämtliche Details des ewig währenden Kampfes zwischen der hellen und der dunklen Seite der Macht auswendig kennen. Für solche Überfans von Comics, SciFi, Videogames oder verwandten Dingen hat sich in den USA der leicht abfällige Ausdruck "Fanboy" herausgebildet.

Dass sich Eric überhaupt wieder mit seinen früheren Nerd-Freunden einlässt, hat einen tragischen Grund: Linus ist an Krebs erkrankt, die Ärzte geben ihm noch vier Monate. Und das, wo in sechs Monaten, nach sechzehn Jahren Wartezeit, endlich der neue Star-Wars-Film in die Kinos kommen soll – gemeint ist der in den späten 90ern im Zuge eines massiven Medienhypes entstandene "Episode I". Also machen sich die vier in Hutchs VW-Bus auf den langen Weg von Ohio nach San Francisco, um in der legendären Skywalker Ranch von Star-Wars-Regisseur George Lucas einzubrechen und den Rohschnitt zu klauen.
Auf dem Weg erleben sie das ganze Programm amerikanischer Teeniekomödien-Roadmovies: Reifenpanne, Schwulenbar, Drogentrip, Nuttenbegegnung, Gefängnisaufenthalt, die meisten Orte müssen schreiend und auf der Flucht verlassen werden. Das alles ist nur bedingt lustig, noch weniger überraschend und, sobald es actionlastig wird, auch noch hanebüchen inszeniert. Halbwegs gerettet wird der 08/15-Plot allenfalls durch das ungewöhnliche Setting in der Fanboy-Szene, das das ausgelutschte Repertoire an Situationskomik zumindest ein wenig erweitert: Als Running Gag dient der Clinch mit Vertretern der verhassten Star-Trek-Gegenkultur, dazu kommen diverse Filmzitate und Cameo-Auftritte (besonders groß: William Shatner). Zumindest Fanboys dürften sich in solchen Momenten gut unterhalten fühlen.
Michael Brake

Fanboys, USA 2008, Regie: Kyle Newman, Buch: Ernest Cline, Adam F. Goldberg, Dan Pulick, mit Sam Huntington, Christopher Marquette, Dan Fogler, Jay Baruchel, Kristen Bell, Carrie Fisher u.a., 93 min, Kinostart: 30. Juli 2009 bei Capelight Pictures

Foto: Verleih


www.fanboys-themovie.com
Website zum Film (englisch)
www.fanboys-film.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de

Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de

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