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The Good, the Bad, the Weird

Western aus Südkorea

Kinostart: 30.7.2009 | Christian Horn | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Die Mandschurei in den 1930er-Jahren: Es beginnt mit einem Zugüberfall, dem vielleicht klassischsten aller Westernmotive. Schon hier treffen die drei Protagonisten aufeinander – der Gute, der Böse und der Durchgeknallte – und liefern sich einen furiosen Schlagabtausch. Alle wollen eine mysteriöse Karte in ihren Besitz bringen, eine Geheimkarte, von der keiner so richtig weiß, wozu sie überhaupt gut ist. Dem scheinbar kleinsten der Gauner gelingt es schließlich und bevor er richtig realisiert, worauf er sich da überhaupt eingelassen hat, heften sich die übelsten Schurken an seinen Fersen.

Seit Kim Jee-woons Genre-Hybrid 2008 auf dem Filmfestival in Cannes zu sehen war, wird er als koreanischer Western gehandelt. Und in der Tat finden sich Versatzstücke des Western nicht nur im Titel, der eine Anspielung auf Sergio Leones großen 1966er-Klassiker "Zwei glorreiche Halunken" (englischer Titel: "The Good, the Bad and the Ugly") ist, sondern im ganzen Film: Pistolenhelden, Duelle, Lagerfeuerszenen, erhabene Landschaftsbilder, kleine Nester und harte Outlaws. Kim Jee-woon mischt diese Motive mit genuin asiatischen Zutaten, etwa mit Martial Arts und einer opulent in Szene gesetzten Opiumhöhle. Ein Western im eigentlichen Sinne ist "The Good, the Bad, the Weird" daher nicht; vielmehr fungiert das Genrekonzept als Grundgerüst, auf das der Regisseur nach eigenem Gutdünken zugreift.

Produktionstechnisch reiht "The Good, the Bad, the Weird" sich in die Reihe der südkoreanischen Filme ein, die seit dem internationalen Erfolg von Filmen wie "Swiri" (1999) oder "Joint Security Area" regelmäßig den Weg in den Weltvertrieb finden. Die technische Ausführung des mit 17 Millionen Dollar budgetierten Films genügt daher auch höchsten Ansprüchen und macht einmal mehr deutlich, dass die südkoreanische Filmindustrie durchaus konkurrenzfähig ist. Mit Song Kang-ho, Lee Byung-hun und Jung Woo-sung finden sich zudem drei Stars des asiatischen Kinos in der Besetzungsliste, die man hierzulande zumindest vom Gesicht her kennt.

"The Good, the Bad, the Weird" handelt von einer Epoche im Umbruch; seine Helden sind wie die von Sam Peckinpah ihrer Zeit hinterher, was Jee-woon in der Schlusseinstellung mit großer Geste unterstreicht. Bis dahin sind allerdings vergleichsweise viele Filmminuten verstrichen, von denen nicht alle überzeugen können. Besonders gegen Ende zerfällt der Film in einzelne Teile, die nur notdürftig und oberflächig von lauten, kaum enden wollenden Actioneinlagen zusammengehalten werden. So ist "The Good, the Bad, the Weird" ein auf seine Weise interessanter, allerdings hoffnungslos überladener Film, der einen Gutteil seines Charmes in wildem Krawall vor die Hunde gehen lässt.
Christian Horn

(Joheunnom nabbeunnom isanghannom) Südkorea 2008, Regie: Kim Jee-woon, Buch: Kim Jee-woon, Kim Min-suk, mit Jung Woo-sung, Lee Byung-hun, Song Kang-ho, Ryu Seung-su u.a., ab 16, 130 min, Kinostart: 30. Juli 2009 bei Splendid

Foto: Verleih


www.goodbadweird-derfilm.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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