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Wenn es um Testosteron-Überproduktion im Kino geht, gehört Hollywood-Regisseur Michael Bay mit "Bad Boys 2" oder "Transformers" zu den Spezialisten. Auch im Sequel "Transformers – Die Rache" zeigt er, in der Allianz mit Blockbuster-Produzenten Jerry Bruckheimer, wie sich aus einem verwandelbaren Kinderspielzeug aus den 1980ern ein filmisches Metallgewitter machen lässt.
Viel hat sich im Grunde bei dieser Fortsetzung nicht verändert. Die menschlichen Darsteller/innen sind mit Shia LaBeouf, Megan Fox und John Turturro wieder dieselben und kaum mehr als Statisten, die die rudimentäre Story vorantreiben, in der sie hasten, springen und um ihr Leben rennen, während mal gut, mal böse gesinnte Roboter vom Planeten Cybertron aufeinander gehetzt werden. Nachdem Sam (LaBeouf) schon im ersten Teil die Welt retten musste, will er nun einfach nur noch aufs College gehen. Doch der Uni-Alltag dauert kaum einen Tag, da zeichnet sich ab, dass er auch diesmal der Auserwählte ist. Seltsame Visionen und Zeichen, die vor seinem inneren Auge auftauchen, bringen ihn zusammen mit seiner Freundin (Fox) und einem besessenen Wissenschaftler (Turturro) auf die Spur eines drohenden Kampfes zwischen den gigantischen Stahlhaufen. Dabei steht – Überraschung! – natürlich nicht weniger als das gesamte Schicksal der Menschheit auf dem Spiel.
"Transformers" setzt auf die gängigen Fetischfantasien für männliche Männer, bei denen die Kombination aus kraftvollen Maschinen und sexy Bunnys die Zungen ausrollen lassen sollen. Passend zu Bays Action-Ästhetik, die wie ein Überbleibsel aus den 1990ern wirkt, entsprechen die wenigen Frauen – mit Ausnahme der hysterischen Mutter – dem feuchten Pin-Up-Stil: Die Hintern sind knackig, die Haare lang, das Höschen kurz und der Mund stets halb geöffnet. An ihren Körpern fährt die Kamera genauso auf und ab wie an den Oberflächen der Roboter, die sich in Sekundenschnelle in allerlei Fahrzeuge und wieder zurück verwandeln können.
Dabei zelebriert Regisseur Bay in "Transformers - Die Rache" erwartungsgemäß ein konsequentes Mehr-ist-mehr und eine Maßlosigkeit, wie man sie in dieser verschwenderischen Form trotz aller Blockbusterkonkurrenz nicht oft zu sehen bekommt. In zweieinhalb Stunden wird alles kurz und klein zerlegt, was den Transformers in die Quere kommt – von Kleinigkeiten wie Häusern und Trucks bis hin zu ganzen Flugzeugträgern und den Pyramiden, die beim Showdown dermaßen bearbeitet werden, dass kaum ein alter Stein auf dem anderen bleibt. So hetzt die ungezügelte, aber blutarme Zerstörungsarie von Krachbumm zu Krachbumm und wird zum gleichermaßen stumpfen und stampfenden Effektinferno. Wirklich beeindrucken kann "Transformers - Die Rache" durch diese atemlose Materialschlacht allerdings kaum, sondern wird weite Teile des Publikums wohl ebenso erschlagen wie gelangweilt zurücklassen. Mehr ist eben manchmal nicht nur mehr, sondern viel zu viel.
Sascha Rettig
(Transformers: Revenge of the Fallen) USA 2009, Regie: Michael Bay, Buch: Ehren Kruger, Roberto Orci, Alex Kurtzman, mit Shia LaBeouf, Megan Fox, Josh Duhamel, Tyrese Gibson, John Turturro u.a., 150 min, Kinostart: 24. Juni 2009 bei Paramount
Foto: Verleih
www.transformersmovie.comWebsite zum Film (englisch)
www.transformersmovie.com/intl/deWebsite zum Film (deutsch)
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
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