t

Terminator: Die Erlösung

Endzeitschlacht

Kinostart: 4.6.2009 | Ernst Kramer | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Image 22335

Image 22335

Es ist nicht einfach, das Erbe von Terminator-Filmen anzutreten. Das zeigte sich deutlich bei "Terminator 3: Rebellion der Maschinen", dessen ehrenwerter Versuch gegenüber seinen zwei Vorgängern leider kaum im Gedächtnis bleiben konnte.

Mit neuem Regisseur (McG) und neuen Darstellern/innen geht jetzt der vierte Teil an den Start. Die Handlung spielt nun nach der Machtübernahme der Roboter auf der Erde und man begleitet John Connor (Christian Bale), den prophezeiten Retter der Menschheit, bei seinem Kampf gegen alles, was als Innenleben nur Schaltkreise vorzuweisen hat. Dazu findet sich plötzlich der ehemalige Todesstrafenkandidat Marcus (Sam Worthington) als Kämpfer für das Gute und Beschützer von Kyle Reese, Johns Vater, wieder. Doch die Maschinen haben einen perfiden Plan.

Der vierte "Terminator" klaut sich einen ordentlichen Teil bei "Krieg der Welten", "Mad Max" und "Robocop" (1987) zusammen, setzt allerdings bezüglich der Action – mal wieder – neue Maßstäbe. Das heißt nicht nur größere Explosionen, sondern auch eine beeindruckende Ästhetik, die schon beinahe etwas Erhabenes, künstlerisch Wertvolles an sich hat. Dies gilt besonders für die ersten Handlungsorte, deren karges Wüstenareal den perfekten Hintergrund bildet für das episch ausufernde Gemenge zwischen unaufhaltsamen Robotern und ihren verzweifelten menschlichen Gegnern/innen.

Später gibt es dann zwar ein eher konventionelles Finale im üblichen Fabrik-Setting, aber bis dahin haben auch die Darsteller/innen den positiven Eindruck des Films verstärkt. Besonders der actionerfahrene Christian Bale ("The Dark Knight") und Newcomer Sam Worthington machen eine gute Figur, indem sie der zum Lachhaften neigenden Tragik der Geschichte eine hübsch knochentrockene Anspannung entgegensetzen. Gottlob bleiben beide den längsten Teil des Films am Leben, weil die Software ihrer Maschinen-Gegner offenbar doch einen Sinn für Fairness hat: Immer wenn ein unzerstörbarer Terminator oder artverwandte Tötungsmaschinen in Greifweite sind, werfen sie den Feind zunächst einmal recht zart in eine Ecke, anstatt ihm sofort den Hals umzudrehen. Aber das ist ja im Sinne einer Dramaturgie gar nicht schlecht.

Für den großen Wurf in Richtung Erneuerung beziehungsweise Genre-Flaggschiff reicht es trotzdem nicht ganz, dafür ist die Konkurrenz und das offenbare Diktum, vor allem gegen Ende die mittlerweile etwas ausgenudelten Terminator-typischen Elemente zitieren zu müssen, zu groß.
Ernst Kramer

(Terminator Salvation: The Future Begins) USA, Deutschland, Großbritannien 2009, Regie: McG, Buch: John D. Brancato, Michael Ferris, mit Christian Bale, Sam Worthington, Anton Yelchin, Moon Bloodgood, Bryce Dallas Howard u.a., ab 16, 115 min, Kinostart: 4. Juni 2009 bei Sony Pictures

Foto: Verleih


Website zum Film (englisch)
Website zum Film (deutsch)  
Infos zum Film in der Internet Movie Database
Mehr Artikel zum Film
www.kinofenster.de
Filmbesprechung auf kinofenster.de




Kommentare

Dein Kommentar