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"Wir sind bloß Ganoven, keine Intellektuellen", sagt Jacques Mesrine mit nachdenklicher Miene. Der berühmteste Verbrecher Frankreichs, dem Regisseur Jean-François Richet gleich zwei Teile gewidmet hat ("Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt" hatte seinen Kinostart am 23. April 2009), inszeniert sich in den Jahren von 1973 bis 1979 als selbstverliebter und größenwahnsinniger Ganove des Volkes. Als die Roten Brigaden und die Rote Armee Fraktion (RAF) in Europa für Furore sorgen, galoppiert Mesrine in ihrem Windschatten, auch wenn er keinerlei politische oder systemkritische Ambitionen hat. Selbst das von ihm oft bemühte Robin-Hood-Bild des edlen Räubers wird von Jean-François Richet dekonstruiert und als dünne Schablone entlarvt.
"Todestrieb" setzt unmittelbar da ein, wo "Mordinstinkt" aufhört und spielt sich in weiteren 130 Minuten zum intensiven Gangster-Epos hoch. War der erste Teil noch die elegante und stilvolle Mafia-Chronik einer schillernden Persönlichkeit, wird jetzt das Genre gewechselt zum soliden Action-Thriller. Der ehrgeizige Kommissar Broussard (Olivier Gourmet) macht es sich zur persönlichen Lebensaufgabe, den dreisten Räuber zur Strecke zu bringen. Und tatsächlich gelingt es dem Polizisten, Mesrine zu schnappen und vor Gericht zu bringen, doch dem Gangster glückt eine haarsträubende Flucht direkt aus dem Sitzungssaal. Der Flüchtige gilt von nun an nicht mehr nur in Kanada, sondern auch in Frankreich als Staatsfeind Nummer eins und steigt zum Medien-Superstar auf. In der Prostituierten Sylvie (Ludivine Sagnier) findet er zudem eine neue Gefährtin, mit der er bis zum bitteren Ende zusammenbleibt.
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