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Albuquerque liegt in New Mexico, in Amerikas Mittlerem Westen. Hier wie überall in den USA strebt man nach dem Amerikanischen Traum – danach, etwas aus seinem Leben zu machen, nach gesellschaftlichem Erfolg und Anerkennung. Die Außenseiterrolle allerdings kann man sich dort in der ländlichen Provinz weniger gut leisten. Und Rose hat gleich drei solcher Außenseiter/innen um sich: ihre Schwester Norah, die nicht mal den Job als Aushilfskellnerin meistert, ihren Vater Joe, der merkwürdigen Geschäftsideen nachhängt, und ihren Sohn Oscar, der, wie man so schön sagt, "verhaltensauffällig" ist und deshalb mit seinen sieben Jahren bereits den eher zweifelhaften Erfolg für sich verbuchen kann, von der Schule geflogen zu sein.
Die Suche nach dem Glück
Auch Rose selbst hat in ihrem Leben bisher keine wirklichen Glanzleistungen vollbracht. Ein Haufen unbezahlter Rechnungen und Mahnungen stapeln sich bei ihr zu Hause. Mit Mitte dreißig ist sie an einem Wendepunkt angekommen. So richtig deutlich wird ihr das, als sie eines Tages bei der Arbeit für eine Putzfirma plötzlich im Haus einer alten Schulfreundin die Lappen schwingen muss: "Rose, was machst du so?", fragt die. Naja, zugeben, dass es seit der Highschool nicht richtig gut gelaufen ist? Lieber nicht!
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Blut an den Wänden, Körperflüssigkeiten auf Möbeln, die letzten Überreste eines tragischen oder brutalen Tods: Es gibt fast nichts, was Rose und ihre tolpatschige Schwester Norah fortan im Zweier-Team nicht beseitigen würden. Der Ekelfaktor hält sich dabei in Grenzen. Vielmehr setzt Regisseurin Christine Jeffs auf Slapstick und ordentlich schwarzen Humor, wenn "Sunshine Cleaning", das Dreamteam für die professionelle Tatort-Endreinigung, anrückt.
Unübersehbar ist es wieder eine Geschichte über Gewinner/innen und Verlierer/innen – oder vielmehr diejenigen, die sich zur einen oder anderen Sorte zählen –, die die "Little Miss Sunshine"-Macher im Kopf hatten. Hier wie da ist die Vorliebe für chaotische, aber liebenswerte Familienverhältnisse unübersehbar. Doch im Gegensatz zum Vorgänger setzt das neue Werk auf deutlich mehr Tiefgang. Die Reise im Van, sie führt nicht ins sonnige Kalifornien, sondern in die Vergangenheit: Rose und Norah müssen sich alten Konflikten stellen und auch in ihrem Gefühlshaushalt ordentlich sauber machen, bevor sie in ihr neues Leben durchstarten können.
Komödie mit Tiefgang
Diese leisen Momente unterscheiden das neue Machwerk dann auch von der Vorgänger-Erfolgskomödie und zeichnen die Tragikomödie besonders aus. Die Balance zwischen Feelgood-Movie und dem nüchternen Blick gelingt sehr gut. Nicht zuletzt liegt das an den wundervollen Hauptdarstellerinnen Emily Blunt und Amy Adams, denen man den Part als ungleiches Schwesternpaar ohne Bedenken abkauft. So sympathisch, ehrlich und komisch wie sie sind, hätte man sie am liebsten beide zur Freundin. Trotz ihrer Macken und Probleme. Als Überraschungsgast und Dritte im Bunde gesellt sich dann noch die fabelhafte Mary Lynn Rajskub dazu, besser bekannt als Chloe aus der US-Fernsehserie "24". Dieser geballten Frauenpower hat man wenig entgegenzusetzen.
Ein wenig gezwungen wirkt das Ende dann aber doch, wenn Norah in bester Roadmovie-Manier mit ihrer alten Karre dem Sonnenuntergang entgegenrattert. Vielleicht hat man inzwischen zu viele dieser mit Problemen gespickten Komödchen gesehen, aber manche Bilder wirken inzwischen einfach zu vertraut, fast schon abgenudelt, als dass man sie ernst nehmen könnte. Bei "Sunshine Cleaning" blitzen solche Gedanken aber zum Glück nur in ganz wenigen Momenten durch. Und wohlwissend, dass es diesem Film nicht gut tun würde, hat man sich für Rose ein zu offensichtliches Happy End gespart. Zwar wird es für sie besser weitergehen als zuvor. Ob "Mr. Right" ihr Glück aber perfekt macht, wird man sehen.
Sunshine Cleaning, USA 2008, Regie: Christine Jeffs, Buch: Megan Holley, mit Amy Adams, Emily Blunt, Alan Arkin, Steve Zahn, Mary Lynn Rajskub u.a., 91 min, Kinostart: 21. Mai 2009 bei Capelight
Fotos: Verleih
Susanne Sitzler ist freie Journalistin und lebt in Köln.
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