t

Ichi - Die blinde Schwertkämpferin

Das innere Sehen lernen

Kinostart: 14.5.2009 | Tina Hedwig Kaiser | Kommentar schreiben | Artikel drucken

Image 22160

Image 22160

Denkt man an Japan, dann denkt man schnell auch an seine berühmten Samurai-Figuren: Eine der bekanntesten ist "Zatoichi", ein blinder mysteriöser Samurai und zugleich unnachahmlicher Schwertkämpfer, der auf seinen Wegen durchs alte Japan immer auf der Suche nach Gerechtigkeit ist und dabei in die unglaublichsten Situationen gerät.

Nun kommt eine neue Variante dieser Erzählung ins Kino, denn der meist altersweise Held wird jetzt zur jungen, schüchternen Heldin. Ichi heißt sie, die blinde Schwertkämpferin, und wird von der großartig besetzten Haruka Ayase verkörpert. Sie verdingt sich unerkannt als blinde Musikerin auf Wanderschaft und greift eigentlich nur zum Schwert, wenn wirklich Not an der Frau ist. Doch da sie einem tolpatschigen Samurai namens Toma begegnet, muss sie mehr als einmal ihre Kampfkunst unter Beweis stellen. Denn Toma braucht ein wenig zu lange für manch gefährliche Situation – er schafft es nie, seine Klinge rechtzeitig zu ziehen, dafür ist er aber mit dem Bambusstock umso schneller. So werden sie insgeheim zu einem eingespielten Team auf Wanderschaft, das alle im Unwissen darüber lässt, wer hier nun der eigentliche Könner ist. Nach und nach fängt das ungleiche Paar an, sich zu ergänzen. Ichi ist nämlich auf der Suche nach ihrer Vergangenheit und lernte ihre Schwertkunst einst von ihrem Vater. Tomas Vater wiederum war ebenfalls ein großer Kämpfer. Aber Toma selbst ist traumatisiert: Er kann besagte Klinge eben nicht mehr ziehen, seit er seine Mutter als Kind unabsichtlich schwer verwundet hat. Gemeinsam beginnen sie gegen den Bandenführer Banki zu kämpfen, der einer Dorfgemeinschaft schwer zusetzt, und so kommen sie der Lösung ihrer beiden Vergangenheitsprobleme immer näher ... wenn da nicht ... nun, selbst schauen.

Doch nicht nur das: Ichi beim Kämpfen zuzusehen ist großer Kinogenuss, denn das scheue, verhaltene und dennoch blitzschnelle Spiel der Heldin bringt die konzentrierte Art und Weise der alten japanischen Kampfkunst großartig zur Geltung. Die innere Zerrissenheit Ichis erhält dadurch eine zusätzliche Ebene, die ansonsten nur in einem seltenen Dialog mit Toma angerissen wird: Wo die eigenen und wo die Grenzen der anderen sind, ja, wo sie überhaupt sind, das ist oftmals noch ein Geheimnis für die blinde und zugleich so weise junge Frau. Sie muss ihrer Wege ziehen und das eigene nicht-sehende Sehen lernen. Nicht nur Japaner/innen lieben solche Geschichten.
Tina Hedwig Kaiser

(Ichi) Japan 2008, Regie: Fumihiko Sori, Buch: Kan Shimosawa, mit Haruka Ayase, Takao Osawa, Shidou Nakamura, Yosuke Kubozuka, Ryosuke Shima u.a., OmU, ab 16, 118 min, Kinostart: 14. Mai 2009 bei RapidEyeMovies

Foto: Verleih


wwws.warnerbros.co.jp/ichi
Website zum Film (japanisch)
www.rapideyemovies.de
Mehr über den Film auf der Website des deutschen Verleihs
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
Mehr Artikel zum Film

Kommentare

Dein Kommentar