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Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

Der Oberschurke

Kinostart: 23.4.2009 | David Siems | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Wenn man politische Führer wie Hitler, Stalin, Pol Pot oder die serbischen Kriegsverbrecher Milosevic und Karadzic beiseite lässt und darüber nachdenkt, wer zu den spektakulärsten Verbrechern des 20. Jahrhunderts gehört, dann würde der Franzose Jacques Mesrine garantiert einen der vorderen Plätze einnehmen. Sein Lebensweg, der jetzt für das Kino verfilmt wurde, ist gezeichnet von der heiligen Dreifaltigkeit des Groß-Gangstertums: Blut, Geld und Macht. Weil so ein Biopic aber an sich eine knifflige Sache ist – wie erzählt man ein gesamtes Leben in nur zwei Stunden? –, hat sich Regisseur Jean-François Richet für die vernünftige Variante entschieden und aus der Fülle des Stoffs gleich zwei Teile gemacht.

Mit Vincent Cassel wurde die Rolle des Hauptdarstellers perfekt besetzt, zumal sich der 42-Jährige bereits in den beiden Steven-Soderbergh-Filmen "Oceans 12", "Oceans 13" und David Cronenbergs "Eastern Promises" als Ganove großen Kalibers ausprobieren durfte. Seine Version des schnauzbärtigen Jacques Mesrine polarisiert mit kühler Erotik sowie lässiger Arroganz und beginnt Ende der 1950er-Jahre, als der Gangster in spe ernüchtert aus dem französischen Algerienkrieg heimkehrt und die große und blutige Karriere vorbereitet. Parallel zum kriminellen Aufstieg versucht er sich als Familienmensch, heiratet und setzt drei Kinder in die Welt. Doch Job und Vaterdasein lassen sich unmöglich vereinbaren: Mesrine raubt Banken aus, wird eingesperrt, flüchtet, setzt sich in die USA ab, wird wieder eingesperrt – und flieht erneut spektakulär aus dem Hochsicherheitsknast.

Regisseur Jean-François Richet verhandelt dabei eine spannende Frage der Moral: Gibt es tatsächlich "gute" und ehrenvolle Gangster? Jacques Mesrine wird bei ihm weder zum Mythos heraufbeschworen noch zum edlen Ganoven verklärt, wie man es einst etwa mit Al Capone gemacht hat, dem Mafia-Held im Chicago der 1920er-Jahre, der sich über die Prohibition hinwegsetzte. Der erste Teil von "Public Enemy No. 1" ist der gelungene Versuch, einen der größten Schurken des Jahrhunderts psychologisch zu deuten. Wie die Geschichte mit ihm ausgeht, erfährt man im zweiten Teil, der am 21. Mai startet.
David Siems

(Mesrine : L'instinct de Mort) Frankreich, Kanada, Italien 2008, Regie: Jean-François Richet, Buch: Abdel Raouf Dafri, Jean-François Richet nach der Autobiografie von Jacques Mesrine, mit Vincent Cassel, Cécile De France, Gérard Depardieu, Roy Dupuis, Gilles Lellouche, ab 16, 114 min, Kinostart: 23. April 2009 bei Senator

Foto: Verleih


www.mesrine-lefilm.com
Website zum Film (englisch)
http://publicenemy-film.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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