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Knowing

Wer rettet die Welt?

Kinostart: 9.4.2009 | Stefanie Zobl | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Was für eine Generationenfolge: Der Opa ist Geistlicher, der Papa Wissenschaftler und der Sohn ein Auserwählter. Man ahnt es schon – in "Knowing" geht es um die Essenz des menschlichen Daseins: Ist das Leben eine wahllose Aneinanderreihung von Zufällen oder ist alles vorbestimmt und wenn ja, von wem? Die Auseinandersetzung mit dem hochphilosophischen Thema findet hier freilich nicht differenziert und sensibel statt. Nein, wie es sich für einen ordentlichen Katastrophen-Action-Mysterie-Blockbuster gehört, lässt es Regisseur Alex Proyas ordentlich krachen.

An Calebs Schule wird eine Zeitkapsel geöffnet, in die ehemalige Schüler/innen fünfzig Jahre zuvor ihre Zukunftsvisionen eingeschweißt hatten. Caleb fällt eine ominöse Zahlenreihe in die Hände, die sein Papa, der Astrophysiker John Koestler, auch prompt entschlüsselt. Sie beinhaltet die Prophezeiung der größten Katastrophen des vergangenen halben Jahrhunderts: Die Terroranschläge vom 11. September 2001 oder der verheerende Tsunami Ende 2004 im Indischen Ozean beispielsweise sind dort vermerkt, mit Datum und der genauen Anzahl der dabei getöteten Menschen. Drei Katastrophentermine stehen allerdings noch aus. Koestler macht sich geradezu besessen daran herauszufinden, was das Papier für die Zukunft bedeutet, und erfährt Erstaunliches wie auch zu Tode Erschreckendes.

So einfältig und sensationsgeil der Film auch ist, ist er aber trotz seiner hanebüchenen Geschichte auch verdammt unterhaltsam. Größtenteils in Australien hergestellt, repräsentiert der Film die Illusionsmaschinerie Hollywoods at it's best: Die starke Bildsprache, unglaublich realistische Effekte und der dramaturgisch-inszenatorische Druck auf alle möglichen Gefühlsbereiche funktionieren hervorragend. Die Endzeitgeschichte – vergleichbar mit "Independence Day" (1996) (wobei man Roland Emmerichs tollem Film mit diesem Vergleich schon etwas unrecht tut) plus einem ordentlichen Schuss Küchentisch-Spiritualität – kommt zu dem Schluss: Man kann seinem Schicksal nicht entfliehen. Das letzte Bild des Filmes übertrifft dann alles andere und ist eigentlich nicht zu fassen, es beinhaltet aber eine schöne Message: Lasst die Kinder an die Macht und gebt ihnen die Verantwortung für unsere Zukunft!
Stefanie Zobl

Knowing, USA 2009, Regie: Alex Proyas, Buch: Ryne Douglas Pearson, Juliet Snowden, Stiles White, mit Nicolas Cage, Rose Byrne, Chandler Canterbury, Lara Robinson, Ben Mendelsohn u.a., 122 min, Kinostart: 9. April 2009 bei Concorde

Foto: Verleih


www.knowing-themovie.com
Website zum Film (englisch)
www.knowing-derfilm.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de

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