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Längst
vergangen sind die Zeiten als Franz Gernstl und sein Team, der
Kameramann Hans Peter Fischer und Tonmann Stefan Ravasz, verschwitzte
Nächte in ihrem anfangs, 1983, noch grünen VW-Bus mit Münchner
Kennzeichen verbrachten, auf der Lauer liegend nach dem nächsten
obskuren und umso wahrhaftigeren Interviewpartner. Oder eben, wie
damals in den Achtzigern als der rote VW-Bus irgendwo im Bayerischen
Wald kampierte, auf der Recherche nach einer vergessenen Hippie-Clique,
den Waldhippies, die wiederum nach der Suche nach einem verlorenen
Glück sind. Auch die Waldhippies sagen: "Ich muss los." Und Franz
Gernstl wundert sich, warum die Waldhippies ausgerechnet in der
Einflugschneise eines Flughafens übernachten. Und dass er und sein Team
und die Waldhippies eigentlich ein Ziel haben, der dann doch der Weg
ist: Die Suche nach dem Glück. Nur: Franz Gernstl läuft keinem
verlorenen Paradies hinterher, er hat keine Vision. Er und sein Team
machen sich ein Bild. Und nicht nur eins. Franz Gernstl: "Anfangs war´s
zäh. Manche verrieten gar nichts." Aber die, die gar nichts verraten
wollen, die lassen natürlich einen alten Spürhund wie Franz Gernstl
erst recht neugierig werden.
Auf der Lauer liegt der mittlerweile dezent und dekorativ in die Jahre
gekommene Franz Gernstl immer noch und hat das Reisen zu seinem Beruf
gemacht. Heute ist er ein fahrender Flaneur, ein Spaziergänger der
alten Schule, ausgestattet mit Navigationssystem und der Aussicht auf
ein nächtliches komfortables Hotelzimmer - und dem siebten Sinn für
eine gute Geschichte. Doch was ist eine gute Geschichte, wie entwickelt
sie sich? Sicherlich unterliegt auch der Dokumentarfilm dem stets
manipulierenden Schnitt, dennoch bleibt ein Risiko: Gelingt der Ausflug
in die Welt eines fremden Menschen, öffnet er oder sie die Türen, oder
bleibt alles beim oberflächlichen Blabla, das etwa in seiner
Nichtigkeit die Dekadenz der kaviarkaufenden Bourgeousie entlarvend
zeigt?
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