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Wie keine andere Kunstform bewegt sich das Kino an der Grenze zwischen Realität und Fiktion, zwischen Traum und Wirklichkeit. Und so intensiv wie kaum ein anderer Filmemacher erforscht Tarsem Singh den Verlauf dieser Grenze, bis sie schließlich zu verwischen droht. Auch "The Fall" – nach "The Cell" (2000) mit Jennifer Lopez der erst zweite Spielfilm des renommierten Werbefilmers Tarsem – ist vor allem ein Vehikel, um die Macht der Fantasie nachzuweisen. Die setzt der verunglückte, liebeskranke und suizidgefährdete Stuntman Roy ein, um von seinem Krankenbett aus zusammen mit der fünfjährigen Alexandria auf Reisen zu gehen.
Die Geschichte von den sechs Banditen und ihrem Rachefeldzug gegen den bösen Herrscher Odious, die Roy für das Einwandererkind erfindet, ist eine Verbeugung vor der ersten großen Blütezeit Hollywoods in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, in der die Rahmenhandlung angesiedelt ist. Aber auch vor allem Anlass für eine selten gesehene visuelle Pracht: Die Handlung tritt notgedrungen zurück hinter die berückenden Kompositionen aus pittoresken Landschaften, prächtigen Kostümen und gelungenen Spezialeffekten. Angeblich ist Tarsem auf der Suche nach den spektakulären Locations seines Films durch achtzehn Länder gereist. Mehrere Millionen Dollar seines eigenen Geldes soll er investiert haben. Er hat sie gut angelegt in ein so buntes wie unterhaltsames Spektakel. "The Fall" ist gelungenes Überwältigungskino voller Respekt vor dem klassischen Hollywood.
Thomas Winkler
The Fall, Indien, Großbritannien, USA 2006, Regie: Tarsem Singh, Buch: Dan Gilroy, Nico Soultanakis, Tarsem Singh, mit Lee Pace, Catinca Untaru, Justine Waddell, Julian Bleach, Leo Bill, Kim Uylenbroek, 117 min, Kinostart: 12. März 2009 bei Capelight Pictures
Foto: Verleih
www.thefallthemovie.comWebsite zum Film (englisch)
www.thefall-film.deWebsite zum Film (deutsch)
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
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