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Das Genre der Mafia-Komödie ist nicht gerade eines der Aushängeschilder in der hiesigen Filmgeschichte. Ohnehin mag man meinen, dass sich ein deutscher Regisseur, der sich über italienische Gangsterbosse lustig zu machen wagt, doch zielgenau ein übergroßes Fettnäpfchen anvisiert. Oder sogar riskiert, dass ihm jemand (wie in "Der Pate", 1972) einen blutigen Pferdekopf ins Bett legt. Doch Sebastian Niemann braucht nicht um seine Gesundheit oder die eines Hengstes zu fürchten, denn seine Mafia-Komödie ist zur Überraschung sehenswerte und kurzweilige Slapstick-Unterhaltung geworden, die gleichzeitig eine Verbeugung vor der klassischen Screwball-Komödie ist, in der sich Mann und Frau stets zanken, ihre Geschlechterrollen verteidigen, sich aber dann doch verlieben.
Bevor sich Julia (Nora Tschirner) und Toni (Rick Kavanian) in die Arme fallen, müssen sie jedoch erst Teil einer großen Verwechslung werden. Sie, die eifrige Lektorin, fährt nach Italien, um Starautor Enrico Puzzo (Franco Nero) finanziell zu motivieren, der endlich mit seinem Enthüllungsbuch über die Mafia in die Gänge kommen soll. Toni, freischaffender Auftragskiller, soll den lästigen Schriftsteller beseitigen, bevor unangenehme Details das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Beide treffen am Tatort ungewollt aufeinander, es funkt mächtig und bei abendlichem Kerzenschein und italienischem Wein beichtet der Killer, dass er doch in Wahrheit der untergetauchte Enthüllungsautor sei. Das üppige Honorar will sich der gewiefte Möchtegern-Schriftsteller nämlich nicht durch die Lappen gehen lassen. Bleibt nur ein Problem: In den nächsten Wochen soll das Buch erscheinen – das er nun schreiben muss.
Regisseur Sebastian Niemann ("Hui-Buh", 2006) paart nostalgisches Italo-Flair mit allerhand Mafiafilm-Zitaten, die er ironisch überhöht und durch den Klamauk-Hexler jagt, für die Schauspieler wie Axel Stein oder (der mal wieder im bayerischen Dialekt verwurzelte) Christian Tramitz geradezu prädestiniert sind. Dass sich dahinter keine hohe Filmkunst verbirgt, erklärt sich von selbst. Gerade einen Veteranen wie Bud Spencer für eine gewichtige Nebenrolle zu besetzen, zeugt dann doch eher von der Erfüllung eines Kindertraums für Sebastian Niemann. So bleibt "Mord ist mein Geschäft, Liebling" zuallererst eine gelungene Parodie auf den klassischen Mafia- und Gangsterfilm: unblutig, aber auch etwas oberflächlich.
David Siems
Mord ist mein Geschäft, Liebling, Deutschland 2008, Regie: Sebastian Niemann, Buch: Dirk Ahner, Sebastian Niemann, mit Rick Kavanian, Nora Tschirner, Christian Tramitz, Janek Rieke, Bud Spencer, Franco Nero, Ludger Pistor, Jasmin Schwiers, Günther Kaufmann, Wolfgang Völz, 107 min, Kinostart: 26. Februar 2009 bei Warner Bros.
Foto: Verleih
www.mordistmeingeschaeftliebling.de Website zum Film (deutsch)
www.filmportal.deInfos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
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