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Das ist wirklich unfair: Auch der elfte, eigens produzierte CD-Mix, den der liebeskranke Nick seiner Verflossenen Tris zugeschickt hat, landet im Mülleimer – und dann bei Norah, die es einfach nicht ertragen kann, dass Tris so tolle CDs wegwirft. Auf einem Konzert von Nicks Band The Jerks-Offs kommen sich Nick und Norah dann durch einen Zufall näher, was wiederum den sportlichen Ehrgeiz von Tris weckt, die nun plötzlich wieder ganz scharf auf ihren Ex ist. Und dann ist da noch die Szeneband Where is Fluffy?, die irgendwann und irgendwo in New York eines ihrer legendären Geheimkonzerte geben wird. Auf der nächtlichen Suche nach diesem Gig ereignen sich dann so einige Verkehrsunfälle, Verwechslungen und amouröse Zusammenkünfte ...
Aktueller College-Pop, echte New Yorker Clubs wie der Bowery Ballroom oder die Mercury Lounge, zwei wirklich schnuckelige Hauptdarsteller und eine – bis auf Nick – komplett schwule Hardcore-Band: Das klingt nach der Teenie-Komödie des Jahres. Ist es aber nicht.
Denn die Story ist alles andere als originell: Nick, der windelweiche Dussel, ist total in Tris verliebt. Tris ist so etwas wie das geisteskranke Abziehbild einer Barbiepuppe. Man fragt sich also, was das soll. Nick muss dann natürlich von seiner kranken Liebe zu Tris befreit werden und sich auf die anspruchsvoll-alternative Gegenseite begeben: zu Norah, die hier die Rolle des hässlichen Entleins haben soll, aber eigentlich viel hübscher, natürlicher und menschlicher ist als Barbie-Tris. Also immer schön draufhauen auf die – ohnehin schon scheintote – Tris und dem bescheuerten Nick klarmachen, wo er hingehört: zur coolen Indie-Elite. So gräbt sich die Alternativkultur in diesem Film ihr eigenes borniertes Grab. Dazu kommt, dass sich der "Soundtrack einer Nacht" über weite Strecken aus wenig einprägsamem Collegerock-Hintergrundgedudel zusammensetzt. Kein einziger Song kommt übers Mittelmaß hinaus. Das ist natürlich besonders peinlich für einen Film, der mit seiner Musik sogar im Titel angibt.
Bei all der coolen Alternativpose ist Norahs Freundin Caroline, die in traditioneller "
Trainspotting"-Manier aus einem verstopften Klo ihr Kaugummi und ihr Handy herausfischt, plötzlich eine erlösende Wohltat – obwohl man das in einem anderen Film wahrscheinlich überhaupt nicht witzig finden würde. Was bleibt sind Kat Dennings und Michael Cera als Noraj und Nick, denen man verzweifelt einen zweiten Film wünscht, aber diesmal mit einer richtigen Story. Nicks drei topschwule Bandkollegen können sie gleich mitnehmen, denn die sind wenigstens richtig unterhaltsam.
Ernst Kramer(Nick and Norah's Infinite Playlist) USA 2008, Regie: Peter Sollett, Buch: Lorene Scafaria nach dem gleichnamigen Roman von Rachel Cohn und David Levithan, mit Michael Cera, Kat Dennings, Alexis Dziena, Ari Graynor, Aaron Yoo, Jay Baruchel, Rafi Gavron, Zachary Booth, Jeremy Haines, 89 min, Kinostart: 19. Februar 2009 bei Sony Pictures
Foto: Verleih
www.sonypictures.comWebsite zum Film (englisch)
www.nick-und-norah.deWebsite zum Film (deutsch)
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
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