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Pietros Frau stirbt im Urlaub an akutem Herzversagen. Der
Medienmanager ist aber nicht bei ihr, als sie der Tod aus heiterem
Himmel ereilt, denn er rettet zur selben Zeit am Strand eine andere
Frau vor dem Ertrinken. Eine Welt bricht zusammen, allein die
Gleichzeitigkeit der beiden so unterschiedlich ausgehenden Auf-Leben-und-Tod-Ereignisse haut Pietro völlig aus der Bahn. Nach den
Ferien muss seine Tochter Claudia wieder in die Schule. Pietro, der
weiteres Unglück abwenden und sein Kind davor bewahren möchte, richtet
sich sein Leben auf einer Bank in einem kleinen Park gegenüber des
Schulgebäudes ein. Dort sitzt er ab sofort jeden Tag und wartet auf das
Unterrichtsende. Der Beruf und die Karriere rücken für das ehemalige
"Arbeitstier" in den Hintergrund. Alle, die etwas von ihm wollen,
kommen zu ihm: Seine unglücklich verliebte und schwangere Schwägerin
sowie sein Bruder schütten ihm auf der Parkbank ihr Herz aus, Kollegen
und selbst der Chef besuchen ihn dort, um geschäftliche, aber auch
private Angelegenheiten zu besprechen. In der ganzen Nachbarschaft ist
Pietro bald bekannt wie ein bunter Hund.
Sicherlich ist es legitim, große Menschheitsthemen wie Leben,
Sterben, Trauer, Hoffnung und ihren
ewigen Kreislauf in eine melancholische Komödie (oder ist es ein
komisches Melodram?) zu packen. Aber wie schon in Gianni Morettis Film
"
Das Zimmer meines Sohnes", bei dem er auch die Regie führte (hier
spielt er "nur" die Hauptrolle und hat am Drehbuch mitgewirkt), ist die
Geschichte zu betulich und zu glatt umgesetzt, um die Tiefe und
Ernsthaftigkeit des Themas glaubwürdig zu transportieren. Bis auf einen
Jungen aus der Nachbarschaft mit Down Syndrom, dem er täglich im Park
begegnet, hat Pietro eine schöne, heile Welt um sich mit all den
attraktiven Frauen und wohlhabenden Männern. Sie alle sind, zumindest
im Gegensatz zu Pietro, eher von "Luxusproblemen" geplagt. Das lenkt
vom Eigentlichen ab: dem tiefen Schmerz und der
existentiellen Krise nach dem finalen Verlust eines geliebten Menschen.
So ist die Fallhöhe zwischen Tragödie und
Happy End nicht allzu groß und Pietro, der in seiner Not zum weisen
Lebenshelfer und -ratgeber der anderen wird, findet zurück ins Leben.
Nicht zuletzt wegen Claudia, die irgendwann genug von seiner
übertriebenen Betüttelung hat und ihn von der Schule wegschickt. Kinder sind in solchen Dingen eben oft wirklichkeitsnaher als die
Großen.
Stefanie Zobl(Caos Calmo) Italien 2008, Regie: Antonello Grimaldi, Buch: Nanni Moretti, Laura Paolucci, Francesco Piccolo nach dem gleichnamigen Roman von Sandro Veronesi, mit Nanni Moretti, Valeria Golino, Isabella Ferrari, Alessandro Gassmann, Blu Yoshimi, Silvio Orlando, Hippolyte Girardot, Alba Rohrwacher, 112 min, Kinostart: 29. Januar 2009 bei Kool
Foto: Verleih
www.armosia.comWebsite zum Film (italienisch)
www.stilleschaos.deWebsite zum Film (deutsch)
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
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