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Das Gesetz der Ehre

Fast eine antike Tragödie

Kinostart: 22.1.2009 | Andreas Busche | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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Irische Cops in New York gehören im amerikanischen Kino inzwischen zu festen Sterotypen; das realisiert man spätestens, wenn sich auch "Die Simpsons" ihre kleinen Seitenhiebe leisten. "Das Gesetz der Ehre" des irisch-amerikanischen Regisseurs Gavin O'Connor taucht tief ein in diesen erzkatholischen Subkosmos, in dem Konzepte wie Schuld und Sühne noch eine tragende Rolle spielen.

Die Familiengeschichte der Tierneys ist seit Generationen eng mit der New Yorker Polizei verwoben. Vater Tierney (Jon Voigt) hat wie schon sein Vater sein Leben in den Dienst des NYPD gestellt, seine Söhne Ray und Francis (Edward Norton und Noah Emmerich) sind in ihre Fußstapfen getreten und auch sein zukünftiger Schwiegersohn Jimmy (Colin Farrell) ist ein "Blauer". Wie ein Patriarch wacht der alte Tierney über die Seinigen, die Bürde der Verantwortung hat ihn zum Alkoholiker gemacht. Dazu bereitet ihm sein Jüngster Sorgen: Nach dem Tod seiner Frau hat sich Ray vom aktiven Dienst ins Büro – und auf ein Hausboot (auch so ein Cop-Klischee) – zurückgezogen. Als vier Polizisten, denen sein Bruder Francis und Jimmy vorstanden, ermordet werden, schließt sich Ray, mehr seinem Vater zuliebe, der Sondereinsatzgruppe an. Bei den Ermittlungen stößt er jedoch auf einen Korruptionsfall, in dem offenbar sein zukünftiger Schwager und möglicherweise auch sein Bruder verwickelt sind. Dadurch gerät Ray in schwere Gewissenskonflikte, denn die Affäre würde nicht nur die Grundfesten des altehrwürdigen NYPD erschüttern, sondern auch seiner Familie.

Der Polizeifilm scheint im vergangenen Jahr mit Filmen wie "Street Kings" eine kleine Renaissance zu erfahren. "Das Gesetz der Ehre" folgt weniger der Dynamik des klassischen Polizeifilms, sondern vielmehr dem eines Familiendramas. O'Connor und sein Drehbuchautor Joe Carnahan, dessen eigene Regiearbeit "Narc" (2002) zu den besseren Filmen des Genres gehört, nehmen sich viel Zeit, die familiären Strukturen auszuarbeiten, bevor sie in der zweiten Hälfte in konventionelle Muster zurückfallen.

Sobald nämlich klar ist, wie die Fronten im Film verlaufen, häufen sich die Klischees. Farrell als kaltblütiger Cop, der selbst Babys als Druckmittel einsetzt, ist etwas übertrieben böse geraten, wohingegen Norton weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. Trotzdem ist die Besetzung die Stärke des Films, wenn auch als eine Art von High Camp. Alle spielen mit einer Ernsthaftigkeit ihre Stereotypen herunter, als stammten ihre Dialoge aus einem antiken Drama. Es sind jedoch nur Floskeln über Ehre, Familie und Respekt, heruntergekocht in drei Generationen Polzeidienst auf den Tiefsinn eines Glückskeks-Spruchs. "Das Gesetz der Ehre" hat das Zeug zu einem großartigen Film, leider ist es nur ein unterhaltsamer geworden.
Andreas Busche

(Pride and Glory) USA 2008, Regie: Gavin O'Connor, Buch: Joe Carnahan, Gavin O'Connor, mit Edward Norton, Colin Farrell, Jon Voight, Noah Emmerich, Jennifer Ehle, John Ortiz, Lake Bell, Frank Grillo, Shea Whigham, ab 16, 130 min, Kinostart: 22. Januar 2009 bei Warner Bros.

Foto: Verleih


www.prideandglorymovie.com
Website zum Film (englisch)
www.DasGesetzDerEhre-DerFilm.de

Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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