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Dieser Film ist ein Thriller. Ein Thriller lebt von seiner Spannung. Spannung entsteht vor allem dadurch, dass man nicht weiß, wie's ausgeht. "Operation Walküre", und das ist dann doch eine kleine Überraschung, ist trotzdem spannend. Obwohl das Ende natürlich aus den Geschichtsbüchern bekannt ist: Das Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler misslingt, der Putsch gegen das Nazi-Regime scheitert und die Verschwörer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg müssen sterben.
Regisseur Bryan Singer, der zuvor Comic-Verfilmungen wie "Superman Returns", aber auch den schon fast klassischen Thriller "Die üblichen Verdächtigen" (1994) verantwortete, ist ein handwerklich solider, weitgehend packender Film gelungen über ein Stück deutscher Geschichte. Die historischen Fakten werden zugunsten der filmischen Umsetzung nur in einem überschaubaren Rahmen angepasst. Die Komplexität des Sachverhalts allerdings und vor allem die verschiedenen, zum Teil in sich widersprüchlichen Beweggründe der Attentäter und ihrer Helfer fallen der – womöglich ja unvermeidbaren – Verkürzung aufs Kinoformat zum Opfer.
Seltsamerweise wirkt – im Gegensatz zu anderen Verschwörern, deren widersprüchliche Motivationen und deren Ringen mit sich selbst durchaus dargestellt wird – vor allem der von Tom Cruise gespielte Stauffenberg eindimensional. Der Film beginnt mit einem historisch nicht gesicherten Tagebucheintrag des künftigen Nationalhelden, in dem er seine Abscheu gegen das Hitler-Regime bekundet. Von da an gibt es kein Vertun mehr: Ohne jedes Schwanken, moralische Bedenken oder ängstliches Zögern, getrieben von patriotischem Eifer marschiert Cruise/Stauffenberg los zur Rettung Deutschlands und der Welt. Ein Mann, wie ihn sich Hollywood wünscht.
So schwankt "Operation Walküre" zwischen brav bebildertem Geschichtsunterricht und arg unkritischem Helden-Epos. Den ersehnten Oscar wird Cruise wohl wieder nicht gewinnen, aber eins immerhin ist ihm gelungen: Seine Darstellung wird auf ewig das Bild bestimmen, das sich die Welt macht von Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Leider ist es arg simpel gestrickt.
Thomas Winkler
(Valkyrie) USA, Deutschland 2008, Regie: Bryan Singer, Buch: Christopher McQuarrie, Nathan Alexander, mit Tom Cruise, Kenneth Branagh, Bill Nighy, Tom Wilkinson, Carice van Houten, Thomas Kretschmann, Terence Stamp, Eddie Izzard, 120 min, Kinostart: 22. Januar 2009 bei 20th Century Fox
Foto: Verleih
http://valkyrie.unitedartists.comWebsite zum Film (englisch)
www.walkuere-derfilm.deWebsite zum Film (deutsch)
www.filmportal.deInfos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
www.kinofenster.deFilmbesprechung auf kinofenster.de
www.gdw-berlin.deGedenkstätte Deutscher Widerstand: Biografie Claus Schenk Graf von Stauffenberg
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