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Nachdem sich zuletzt Vampire und Menschen mit allerlei Hightech begegneten ("Blade", "Underworld"), kommt nun nach "So finster die Nacht" eine weitere Geschichte um die blutsaugenden Unterweltler ganz ohne solchen Schnickschnack aus. Dafür aber bricht in der Verfilmung von Stephenie Meyers Bestseller-Roman "Twilight" die Zeit der großen Romanze an, der Liebe zwischen Vampir und Mensch …
Die schüchterne Bella Swan muss zu ihrem Vater in das kleine Städtchen Forks an der Nordwestküste der USA ziehen. An der Highschool trifft sie auf den makellos feschen Edward Cullen, der fast einen Nervenzusammenbruch erleidet, als er sie das erste Mal sieht. Und auch Bella geht es kaum anders. Was sie nicht so toll findet: Edward geht ihr anschließend aus dem Weg. Wie sich alsbald herausstellt, ist er Vampir, und eine Liaison zwischen seiner Rasse und den Menschen ist in seinen Augen zu gefährlich. Wird die Liebe der beiden stärker sein als ihre Angst?
Was an "Twilight" funktioniert, ist die bittersüße Romanze zwischen Bella und Edward – eine gute Spielart des bewährten Themas, Liebe und Leidenschaft füreinander zu empfinden, obwohl man weiß, dass man sich damit nicht Gutes tut. Wobei hier die ausstrahlungsreiche Kirsten Stewart ungefähr zehnmal mehr beiträgt als Robert Pattinson, der es – typbedingt – bei der Darstellung eines niedlichen Darkwave-Kleiderständers belassen muss. Wahrscheinlich ist er aber gerade deswegen als Projektionsfläche für junge Mädchen besonders geeignet.
Ohne die wunderbare Fragilität und gleichzeitige Entschlossenheit der jungen, aus "Into the Wild" bekannten Kristin Stewart käme "Twilight" also nicht weit. Denn die eigentliche Story ist hanebüchen, totlangweilig und schafft es, obwohl die Erwartungen bei einem Vampirfilm ohnehin niedrig liegen sollten, das Publikum für dumm zu verkaufen. So sind die Vampire hier bärenstark und schnell wie der Blitz. Sie können noch dazu Gedanken lesen und Sonnenlicht macht ihnen, Gott weiß warum, auch nichts mehr aus. Also warum beherrschen sie nicht die ganze Welt? Und warum ist Bella offenbar die Einzige, die auf den Gedanken kommt, das dies wohl kaum normale Menschen sein können?
Leider muss man Edwards Untoten-Familie dann auch noch beim Baseball-Spielen zugucken. Aha, hier sollen die Supermänner als normale Amerikaner etabliert werden. Eine krude Mischung. Dazu ist der ganze Haufen so aufdringlich auf "Emo" getrimmt, also voll von gekünstelter, topmodischer Düsterheit, dass Len Wisemans "Underworld" dagegen wie eine
Dogma-95-Produktion erscheint. Wer sich einen originellen Vampirfilm ansehen will, ist mit "So finster die Nacht" sehr viel besser bedient.
Ernst Kramer(Twilight) USA 2008, Regie: Catherine Hardwicke, Buch: Melissa Rosenberg nach dem gleichnamigen Roman von Stephenie Meyer, mit Kristen Stewart, Robert Pattinson, Billy Burke, Ashley Greene, Nikki Reed, Jackson Rathbone, 122 min, Kinostart: 15. Januar 2009 bei Concorde
Foto: Verleih
www.twilightthemovie.comWebsite zum Film (englisch)
www.twilight-derfilm.deWebsite zum Film (deutsch)
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
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