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Eigentlich ist Ana gar nicht chaotisch. Die 21-Jährige wirkt ganz im
Gegenteil sehr klar und aufgeräumt. Sie bewohnt mit ihrem deutschen
Aussteiger-Vater eine Höhle auf Ibiza, die sie innen komplett in satten
Farben bemalt hat. Ihr künstlerisches Talent wird von der
Kunst-Mäzenin Justine entdeckt, die Ana zu sich nach Madrid holt. Dort leben
viele junge Künstler/innen in einem großen Haus zusammen und können,
gesponsert von der wohlhabenden Justine, ihre Kreativität
uneingeschränkt ausleben. Häufig finden Performances und
Ausstellungen statt, und auch das Liebesleben der jungen Menschen kommt
nicht zu kurz.
In diesem umtriebigen und freizügigen Umfeld
kommt eine weitere, verborgene Qualität Anas zum Vorschein, die sie
schon längere Zeit undeutlich gespürt hat: Sie ist ein Medium. Ihre
Seele hat bereits eine lange Reise hinter sich und den Kontakt zu den
Personen in der Vergangenheit lässt sie über einen Hypnotiseur
herstellen. Die Erkenntnis aus diesen so genannten Rückführungen ist
äußerst schmerzhaft: Alle jungen Frauen, die Anas Seele in
vorausgegangen Leben durchwandert hat, starben, obwohl sie stark und
kämpferisch waren, im Alter von 22 Jahren unter qualvollen Umständen
und leidenschaftlich liebend. Davon abgesehen, dass sich, von Justine
sehr gewünscht und gefördert, diese Aktivierung des Unterbewusstseins
positiv auf Anas Bilder auswirkt, versucht diese zunehmend obsessiv
dahinter zu kommen, welche Bedeutung und Konsequenzen die
Langzeit-Erfahrung ihrer Seele für ihr Leben hat. Dann verschwindet
Anas große Liebe Said, ein Maler, der vom nordafrikanischen
Nomaden-Volk der Amazigh abstammt, nach einer gemeinsamen
Hypnose-Session plötzlich spurlos.
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