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Für den elfjährigen Will ist es ein magischer Augenblick: Heimlich sieht er im Sommer 1983 bei Lee Carter, dem Störenfried der Schule, eine Raubkopie von "Rambo". Es ist der erste Film seines Lebens, denn seine Mutter ist überzeugtes Mitglied einer Sekte, die Musik, Fernsehen und Kino strikt verbietet. Als Lee Carter ihm schließlich auch noch die Hauptrolle in dem Film anbietet, den er selbst drehen möchte, schlägt Wills Fantasie Purzelbäume. Die Idee zu einem Sequel ist geboren, in dem Rambows Sohn seinen Vater retten muss. In den Köpfen der beiden Jungen verwandelt sich die britische Landschaft in einen Dschungel und ein Bauernhof wird zum Set für waghalsige handgemachte Stunts. Nachdem sich sogar der coole französische Austauschschüler mit dem Pseudo-Punk-Look für ihren Film interessiert, stehen die beiden Außenseiter plötzlich sogar in der Schule im Mittelpunkt. Allerdings kommt es dadurch auch zum Streit zwischen Lee Carter und Will.
Vielleicht haben die Juroren der Filmbewertungsstelle es schon 1983 geahnt, als sie "Rambo" mit dem Prädikat "besonders wertvoll" ausgezeichnet haben: Sylvester Stallone hat als martialischer, muskelbepackter Kämpfer mit gelbem Stirnband durchaus das Zeug zum Vorbild für fantasievolle Jungs. Und dies bedeutet nicht, dass diese nun zu willenlosen Gewalttätern werden. Die Lust am Abenteuer, der Spaß am Spielen und ein Held, der sich gegen alle Gegner behaupten kann, obwohl er eigentlich keine Chancen hat – das ist es, was Will und Lee Carter anspornt. Rambos brachiale Methoden sind ihnen stattdessen vollkommen egal. Verspielt, sommerlich-leicht und mit allerlei 80er-Jahre-Nostalgie von der Mode bis zur Musik erzählt Garth Jennings von zwei Jungen, die durch einen Film zu Freunden werden, ein neues Selbstbewusstsein gewinnen und nicht nur frischen Wind in ihr eigenes Leben, sondern auch noch in das ihrer Familien bringen. Nicht zuletzt errichtet er damit ein schönes Denkmal für all die verbotenen Filme, die man nie hätte sehen sollen. Für jene Filme, die vielleicht nie wirklich gut waren, die man aber unglaublich gut fand und die sich in das Gedächtnis eingebrannt haben.
Stefan Stiletto
(Son of Rambow) Großbritannien 2007, Buch & Regie: Garth Jennings, mit Bill Milner, Will Poulter, Jules Sitruk, Jessica Stevenson, Neil Dudgeon, Anna Wing, Ed Westwick, Adam Godley, Adam Buxton, Eric Sykes, Kinostart: 21. August 2008 bei Senator
Foto: Verleih
www.sonoframbow.co.ukWebsite zum Film (englisch)
www.dersohnvonrambow.deWebsite zum Film (deutsch)
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
www.visionkino.deFilmtipp von Vision Kino, Netzwerk für Film und Medienkompetenz
www.kinofenster.deFilmbesprechung auf kinofenster.de
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