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Küss mich bitte!

Ein Kuss und seine Folgen

Kinostart: 7.8.2008 | David Siems | Kommentar schreiben | Artikel drucken

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"Love is just a kiss away" lautet eine Textzeile in einem alten Trance-Pop-Hit von Jam & Spoon. Was so ein Kuss außer Liebe sonst noch so anrichten kann, erzählt der französische Filmemacher und Schauspieler Emmanel Mouret in seiner vierten Regiearbeit, die auf ganz vortreffliche und amüsante Weise von den ungeahnten Folgen und Wechselwirkungen handelt, die so ein romantischer Schmatzer haben kann.

Es ist die Geschichte von zwei Männern und zwei Frauen: Emilie (Julie Gayet) lernt auf einer Dienstreise zufällig Gabriel (Michael Cohën) kennen. Sie fühlen sich zueinander hingezogen, obwohl beide in glücklichen Beziehungen leben. Aus einem gemeinsamen Abendessen bei Kerzenlicht wird ein romantischer Abend, doch Emilie schreckt vor einem ersten Kuss zurück. Denn die kennt die Geschichte ihrer beiden Freunde Julie (Virginie Ledoyen) und Nicolas (Regisseur Emmanuel Mouret), die sie, bis spät in die Nacht, Gabriel erzählt. Es ist die Geschichte eines Kusses und seiner Folgen: Julie und Nicolas sind beste Freunde, doch als er von seiner Geliebten verlassen wird, bittet er Julie um einen ganz besonderen Gefallen – sein körperliches Leiden kann nur sie heilen, die Trauer nur sie trösten. Mit einem Kuss und wohl noch ein bisschen mehr.

Emmanuel Mourets Figuren (die ihn in der Hauptrolle mit einschließen) versuchen die Liebe zuallererst intellektuell zu begreifen und scheitern darin – zum Wohle des Publikums. Denn ihr emotionales Missgeschick zeigt genau die Momente, die man für gewöhnlich aus einem Liebesfilm herausschneidet oder ausspart. Ihr Scheitern ist die wunderbare Umkehrung des klassisch romantischen Dialogs und führt in seiner bewussten Unbeholfenheit zu der komödiantischen Qualität, die man in dieser Form eigentlich nur aus Woody Allens früheren Filmen kennt. Ein in allen Belangen leiser und erhabener Slapstick, der ohne die lauten Momente auskommt, sondern stattdessen all die Unsicherheit und das Unbehagen zur Sprache bringt, wenn sich zwei Menschen gegenüberstehen und nicht wissen, ob sie sich wirklich küssen wollen.
David Siems

(Un baiser s'il vous plaît) Frankreich 2007, Buch & Regie: Emmanuel Mouret, mit Virginie Ledoyen, Emmanuel Mouret, Julie Gayet, Michaël Cohen, Stefano Accorsi, Frédérique Bel, Mélanie Maudran, Marie Madinier, Lucciana de Vogue, Kinostart: 7. August 2008 bei Arsenal

Foto: Verleih


www.tfmdistribution.com/unbaisersilvousplait
Website zum Film (französisch)
www.kuessmichbitte.de
Website zum Film (deutsch)
www.imdb.de
Infos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.de
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