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Der erste Film von Jennifer Lynch, Tochter des großen Unheimlichfilmers David Lynch, hätte auch ihr letzter sein können: Fünfzehn Jahre ist es her, dass ihr Debüt "Boxing Helena" nicht nur von der missgünstigen Kritik schonungslos versenkt wurde. Auch das Publikum interessierte sich trotz immenser Skandalumwitterung nicht für die obsessive Geschichte, in der Julian Sands in einem Akt besitzergreifender Liebe Sherilyn Fenn Arme und Beine amputierte. Über ein Jahrzehnt nach ihrem kolossalen Misserfolg taucht Lynch nun wieder auf und wagt mit "Unter Kontrolle" einen zweiten Regieversuch. Ähnlich der Erzählweise, wie sie Akira Kurosawa einst in "Rashomon" (1950) anwandte, wird darin der Hergang eines Highway-Massakers aus unterschiedlichen Perspektiven rekonstruiert. Angesetzt auf den Fall im amerikanischen Nirgendwo wird ein eigentümliches FBI-Paar, das die Zeugen vor laufenden Kameras befragt.
Wessen Tochter Jennifer Lynch ist, ist ihrer Inszenierung deutlich anzusehen. Die Regisseurin zeigt nicht nur, dass auch sie einen garstig abseitigen Humor hat, sondern kreiert mit dröhnendem Sounddesign und schön schmutzigen Bildern eine unbehagliche Stimmung. Von so erschütternden und leidenschaftlich beängstigenden Meisterwerken wie "Blue Velvet" oder "Wild at Heart", die ihr Papa David mit unverkennbarer Handschrift geschaffen hat, ist "Unter Kontrolle" dennoch weit entfernt.
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