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Man kann nur spekulieren, ob die Meldung, dass Pete Doherty dieses Jahr beim Londoner Marathon mitlaufen will, ein fingierter PR-Gag des deutschen Kinoverleihs war, der diesen Film herausbringt. Auf jeden Fall passt die Vorstellung des weltberühmten Musikers und Star-Junkies in Laufschuhen nahezu perfekt zu dem Film von Adnan G. Köse, der zwar eine andere, aber dennoch ganz ähnliche Geschichte erzählt – sofern Pete Doherty denn wirklich mitläuft.
Mitte der 90er-Jahre mischt ein gewisser Andreas Niedrig die deutsche Triathleten-Szene auf. Er ist ein absoluter Nobody, macht aber durch schnelle Erfolge auf sich aufmerksam und nimmt am Ironman auf Hawaii teil, dem härtesten Triathlon-Wettbewerb der Welt, wo die Athleten zuerst knapp 4 Kilometer schwimmen, dann 180 Kilometer Rad fahren und schließlich noch einen Marathon laufen. Was die Sportwelt nach dem 17. Platz des Deutschen schnell erfährt, ist filmreif: Andreas Niedrig war jahrelang Junkie.
Regisseur Adnan G. Köse konzentriert sich in seinem Porträt auf die Sturm-und-Drang-Zeit seiner Hauptfigur und nimmt das Publikum mit in den Ruhrpott der frühen 80er-Jahre. Das Leben von Andreas (Max Riemelt) und seinen Kumpels Kurt (Axel Stein), Motte (Robert Gwisdek) und Ismail (Ismail Deniz) ist geprägt von NDW, Punk, Gelegenheitsjobs und Diebstählen im Plattenladen. Kiffen gehört dazu, doch irgendwann kommen die harten Drogen und die Probleme nehmen ihren Lauf. Andreas rutscht immer weiter ab, Frau und Kind verstoßen ihn, geben ihm aber immer wieder eine Chance, selbst dann noch, als er nach einer Überdosis schon klinisch tot ist und Monate später noch einen Selbstmordversuch unternimmt. Doch dann tritt der Triathlon-Trainer Oscar (Uwe Ochsenknecht) in sein Leben und das Leben nimmt eine schlagartige Wendung.
Dass die Geschichte wahr ist, macht sie natürlich umso besser. Dennoch mangelt es der filmischen Umsetzung an dramaturgischem Tempo und Geradlinigkeit. Die albtraumhaften Junkie-Szenarien sind ein wenig bei "
Trainspotting" abgeguckt, die Dealer entsprechen typischen Gauner-Klischees und Uwe Ochsenknecht wirkt erstaunlich lustlos – vielleicht war ihm die Rolle zu klein. Dennoch ist "Lauf um dein Leben" ein sehenswerter Film, der über die sprichwörtliche Möglichkeit des Unmöglichen sinniert und die erstaunliche Geschichte eines tot geglaubten Mannes erzählt. Ob sich Pete Doherty nach diesem Film die Laufschuhe schnürt?
David SiemsLauf um Dein Leben - Vom Junkie zum Ironman, Deutschland 2007, Regie: Adnan G. Köse, Buch: Fritjof Hohagen, Adnan G. Köse, mit Max Riemelt, Jasmin Schwiers, Uwe Ochsenknecht, Axel Stein, Robert Gwisdek, Ismail Deniz, Udo Schenk, Leslie Malton, Maxi Warwel, Ingo Naujoks, Adrian Can, Numan Acar, Kinostart: 24. April 2008 bei Kinowelt
Foto: Verleih
www.laufumdeinleben.kinowelt.deWebsite zum Film (deutsch)
www.filmportal.deInfos zum Film auf filmportal.de
www.imdb.deInfos zum Film in der Internet Movie Database
www.filmz.deMehr Artikel zum Film
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